Er sah nur noch einen Ausweg: Den Sprung aus dem Fenster – zwölf Meter in den Abgrund.
Wie verzweifelt muss jemand sein, aus Angst freiwillig sein Leben auf’s Spiel zu setzen? Eine Frage, die auch die Ermittler der Polizei weiterhin beschäftigt.
Mittwochabend, 20.45 Uhr, im Tryp Hotel Berlin in der Ruschestraße in Lichtenberg: Ein lauter Knall , dann Schreie. Geschockte Hotelgäste gucken aus ihren Fenstern, alarmieren Polizei und Feuerwehr.
Ein junger Mann liegt auf dem Vordach des Hotels, krümmt sich vor Schmerzen. Er ist gerade aus seinem Apartment im 5. Stock gesprungen und hat sich beide Beine gebrochen. Zum Glück landete er auf dem Blechvordach, etwa sieben Meter unter seinem Fenster. Die zwölf Meter bis zum Asphalt hätte er wohl nicht überlebt.
Minuten später sind die Rettungskräfte vor Ort. Feuerwehrleute bringen Notarzt und Trage mit einer Drehleiter nach oben.
„Zu den Ersthelfern soll der 25-Jährige gesagt haben, dass er sich von einem anderen Hotelgast bedroht gefühlt habe“, erklärt ein Polizeisprecher. In dem Zimmer, aus dem der verzweifelte Mann gesprungen war, traf die Polizei auf einen 43-Jährigen, der sich widerstandslos festnehmen ließ.
Die Vorwürfe konnten in einer ersten Befragung noch nicht aufgeklärt werden. Warum der Springer so viel Angst vor dem Mann hatte, ist noch unklar. Der 43-Jährige kam vorerst wieder frei.
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