Packstation Museum Dahlem

Erst ausräumen, dann umbauen

Was aus den Gebäuden wird, wenn das Humboldt Forum fertig ist.

Gerhard Lehrke
Lesezeit 3 Min
Museum Dahlem

Museum Dahlem

© Lehrke

Katharina Steegmans (30) arbeitet an einer aus Pflanzenfasern geflochtenen Ritualmaske aus Papua-Neuguinea, auf der eine Feder des seltenen Vogels Kasuar prangt. Mit einem Stachelschwein-Stachel prüft sie, ob Farbschollen auf der Maske locker sind, befestigt sie dann mit der Zellulose-Flüssigkeit – „eine Art Tapetenkleister, den wir selbst herstellen.

Katharina Steegmans (30) arbeitet an einer aus Pflanzenfasern geflochtenen Ritualmaske aus Papua-Neuguinea, auf der eine Feder des seltenen Vogels Kasuar prangt. Mit einem Stachelschwein-Stachel prüft sie, ob Farbschollen auf der Maske locker sind, befestigt sie dann mit der Zellulose-Flüssigkeit – „eine Art Tapetenkleister, den wir selbst herstellen.

© Gerd Engelsmann

An die hundert Restaurateure entfernen den teilweise mit Insektenschutzmitteln verseuchten Staub, fotografieren die Kunstgegenstände, beheben Schäden, dokumentieren ihre Arbeit im Computer und verpacken sie für die Reise nach Mitte.

Restauratorin Susanne Litty (32) kuriert einen kleinen Hund: Die sogenannte „Kraftfigur“ aus dem Kongo sollte Böses abweisen, wurde im 19. Jahrhundert gesammelt.

Restauratorin Susanne Litty (32) kuriert einen kleinen Hund: Die sogenannte „Kraftfigur“ aus dem Kongo sollte Böses abweisen, wurde im 19. Jahrhundert gesammelt.

© Gerd Engelsmann

Die Häuser in Dahlem mit immerhin 35.000 Quadratmetern Nutzfläche sollen nach dem Umzug, der wegen der Verzögerungen beim Bau des Humboldt-Forums erst im September 2020 beginnen soll, aber nicht leer herumstehen. Künftig soll der Komplex zu einem Forschungscampus werden.
Das Architekturbüro Arnold und Gladisch hat dafür eine Studie vorgelegt, wie es künftig dort aussehen soll.

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Ein Großteil der Objekte wird den Umzug nach Mitte nicht mitmachen. Von den knapp 500.000 Stücken in Dahlem gehen 10.000 aus dem Ethnologischen und 16.000 aus dem Museum für Asiatische Kunst ins Humboldt-Forum.

Eine Maske steht in der Ecke der Restaurierungsstraße zum Abtransport bereit. Das wird aber noch bis Herbst 2020 dauern, was den Restauratoren Sorge macht. Platz wird knapp.

Eine Maske steht in der Ecke der Restaurierungsstraße zum Abtransport bereit. Das wird aber noch bis Herbst 2020 dauern, was den Restauratoren Sorge macht. Platz wird knapp.

© Gerd Engelsmann

Von den asiatischen Schätzen werden aber nur jeweils 2200 gleichzeitig zu sehen sein, erklärt Restaurator Toralf Gabsch. Unter anderem aus restauratorischen Gründen werden im Wechsel der Jahreszeiten jeweils 600 bis 700 Stücke ausgetauscht. Deshalb werden im Humboldt-Forum auch Werkstätten eingerichtet, um die Kunstschätze nicht jedes Mal nach Dahlem schaffen zu müssen, falls eine Restaurierung ansteht.

Alles schon verpackt: Die Schätze des Museums für Asiatische Kunst warten auf den Umzug. Sie werden nicht nur in Dahlem, sondern auch in anderen Berliner Werkstätten sowie in Köln und Leipzig restauriert.

Alles schon verpackt: Die Schätze des Museums für Asiatische Kunst warten auf den Umzug. Sie werden nicht nur in Dahlem, sondern auch in anderen Berliner Werkstätten sowie in Köln und Leipzig restauriert.

© Gerd Engelsmann

Über den genauen Zeitraum und die Kosten des Umbaus in Dahlem, der mit Sanierungen und teilweise mit dem Einbau von Brandschutzanlagen einhergeht, konnte Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, noch keine Angaben machen.

Einstweilen gibt es auch noch ganz andere Sorgen: Wegen der Verschiebung des Umzugs um mehr als ein Jahr können die verpackten Stücke nicht nach Mitte abtransportiert werden, der Raum, in dem sie anständig klimatisiert und vor Insekten geschützt gelagert werden können, dürfte knapp werden. 

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