Nizza? Palmen, Côte d’Azur und Mittelmeer kommen einem da wohl zuerst in den Sinn. Doch auch an der deutschen Ostseeküste gibt es einen Ort, der sich mit der französischen Urlaubsstadt messen lassen muss. Zumindest beim Spitznamen. Heringsdorf auf Usedom wird seit mehr als einem Jahrhundert als „Nizza der Ostsee“ bezeichnet.
Deshalb steckt ein bisschen Nizza in Heringsdorf
Seinen mondänen Ruf verdankt das Kaiserbad vor allem seiner Vergangenheit. Ende des 19. Jahrhunderts zog es auch den Adel an die Ostsee. Bis heute zeugen stattliche Häuser und Hotels von dieser Epoche. Wer durch Heringsdorf läuft, bekommt deshalb nicht nur Strandurlaub geboten. Die aufwendig gestalteten Gebäude verleihen dem Ort bis heute einen Hauch vergangener Eleganz.
Heringsdorf hat noch einen Rekord zu bieten: Die 508 Meter lange Seebrücke gilt als längste ihrer Art auf dem europäischen Festland.
© Ardan Fuessmann/IMAGO
Ganz französische Riviera ist das natürlich nicht. Statt Mittelmeer gibt es Ostsee, statt Südfrankreich Mecklenburg-Vorpommern. Dafür ist der Weg aus der Hauptstadt deutlich kürzer.
Von Berlin geht es schnell ins „Nizza der Ostsee“
Mit dem Auto lässt sich Heringsdorf aus Berlin in weniger als drei Stunden erreichen. Damit kommt das Kaiserbad auch für ein Wochenende am Wasser infrage. Und dort wartet noch ein Rekord: Die Seebrücke reicht 508 Meter weit hinaus. Keine andere Seebrücke auf dem europäischen Festland ist länger.
Dazu kommt ein Sandstrand, der sich kilometerweit an der Küste entlangzieht. Gerade nach der Hauptsaison kann sich die Fahrt lohnen. Wenn die großen Sommerferien vorbei sind, wird es an der Küste wieder ruhiger.
Wer genug vom Meer hat, findet rund um Heringsdorf außerdem Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren. Eine Alternative zur offenen Ostsee ist das Achterwasser, eine Lagune auf der anderen Seite der Insel.
So wird aus dem französisch klingenden Spitznamen am Ende ein ziemlich norddeutscher Kurztrip, der Frankreich-Fans hoffentlich nicht enttäuscht.
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