Jedes Zimmer ist voll. Hier steht Original-Geschirr aus dem Palast der Republik, dort Apfelmus und Rotkohl im Glas. Schäufele besitzt einen Grenzkontrollkasten und Leuchten von der damaligen Grenze, Schilder, die vor dem „Militärischen Sicherheitsbereich“ warnen, sowie Utensilien der Stasi. Alles hat in seiner Wohnung seinen Platz gefunden. „Es sind über 10000 Exponate“, erzählt der Rentner beim Rundgang durch die Wohnung. Der 69-Jährige hat zudem im Untergeschoss des Hauses extra Räume angemietet, um seine Sammlung unterzubringen.
Straßenschilder, Mützen Helme: Schäufele besitzt 10.000 DDR-Relikte.
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Ostalgie: Jedes DDR-Teil hat seine Geschichte
Es wirkt, als könne er zu jedem einzelnen Teil, das er in den vergangenen 30 Jahren gesammelt hat, eine Geschichte erzählen – erst recht zu den Stücken, auf die er ganz besonders stolz ist. Das ist vor allem die Pelzmütze von Erich Honecker, die er einst ersteigert hat. „Und das hier gehörte Sigmund Jähn“, sagt er und zeigt eine blaue Jacke. „Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn“ ist dort an der Brust eingestickt. Auch einen Helm des ersten Deutschen im All hat der Jurist.
Jürgen Schäufele mit einem Abhörgerät der Stasi.
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Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 hatte die DDR aufgehört zu existieren. Etwa ein Jahr vorher, kurz nach dem Fall der Mauer 1989, fuhr Sammler Schäufele das erste Mal in seinem Leben in die DDR. Aus beruflichen Gründen verbrachte er dort ein Jahr. „Es gab abends nichts zu erleben, auch alle Kneipen hatten zu. Und so bin ich eben durch die Gegend gefahren“, erinnert sich Schäufele, der nach eigenem Bekunden schon in Kindheitstagen allerlei Sachen gesammelt hatte.
Ein (Sammler-) Herz für die DDR
Bei seinen Fahrten durch die DDR sah er, was die Bürger dort nicht mehr haben wollten und auf den Sperrmüll stellten. Sein Sammlerherz begann zu pochen: „Mir war klar: Wenn das weg ist, ist es weg. Das kommt nicht wieder.“ Als erstes Stück lud er ein Bild aus einer Amtsstube in sein Auto, das das einstige DDR-Staatsoberhaupt Erich Honecker zeigte.
Die Sammlung wurde rasch größer, verkauft hat er nur selten etwas. Ausnahmen sind die insgesamt 15 Trabis und Wartburgs, die Schäufele einst besessen hat. Diese Autos haben mittlerweile den Eigentümer gewechselt.
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