Millionen-Einnahmen

Neue Kreuzfahrt-Steuer: Diese Stadt will Urlauber zur Kasse bitten

Oslo plant ab 2027 eine neue Abgabe für Kreuzfahrtgäste. Pro Passagier sollen knapp 10 Euro gezahlt werden. Die Stadt rechnet mit Millioneneinnahmen.

Foto von Autor/Autorin: Sebastian Karkos
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Passagiere in Oslo müssen ab 2027 wohl eine Extra-Gebühr zahlen. Hier legt im April 2026 die AIDAmar in der Nähe des Opernhauses an.

Passagiere in Oslo müssen ab 2027 wohl eine Extra-Gebühr zahlen. Hier legt im April 2026 die AIDAmar in der Nähe des Opernhauses an.

© Noah Wedel/imago

Kreuzfahrturlauber müssen sich auf die nächste Zusatzgebühr einstellen. Orte wie Amsterdam oder Barcelona machen es bereits vor: Sie kassieren Geld von Schiffsreisenden. Nun plant mit Oslo die nächste europäische Stadt eine Touristensteuer. Ab Januar 2027 sollen Kreuzfahrtgäste in der norwegischen Hauptstadt 100 Kronen pro Person zahlen. Das entspricht derzeit rund 9,20 Euro.

Oslo verweist auf hohe Infrastrukturkosten

Umweltstadträtin Marit Kristine Vea begründet die Abgabe mit dem Verschleiß der städtischen Infrastruktur. Die zusätzlichen Einnahmen sollen unter anderem in die Instandhaltung öffentlicher Einrichtungen und in Toilettenanlagen fließen. Jährlich besuchen rund 300.000 Kreuzfahrttouristen Oslo, Tendenz steigend.

Für die Stadt könnte sich die Steuer lohnen. Nach Berechnungen des Stadtrats auf Basis der Passagierzahlen von 2025 wären Einnahmen von rund 41 Millionen Kronen pro Jahr möglich. Das entspricht etwa 3,8 Millionen Euro.

Höhe der Abgabe erscheint vielen zu hoch

Die Pläne sind jedoch umstritten. Norwegischen Medien zufolge lehnen die meisten Kreuzfahrtkommunen des Landes eine solche Abgabe ab, weil sie ihnen zu hoch erscheint. Oslo hält die vorgesehenen 100 Kronen zwar für moderat, wünscht sich aber die Möglichkeit, bei Bedarf auch einen niedrigeren Betrag festzulegen.

Blick auf Oslo mit dem Riesenrad und dem Opernhaus. Die norwegische Hauptstadt ist beliebt bei Kreuzfahrttouristen.

Blick auf Oslo mit dem Riesenrad und dem Opernhaus. Die norwegische Hauptstadt ist beliebt bei Kreuzfahrttouristen.

© dts Nachrichtenagentur/imago

Betroffen wären Passagierschiffe mit einer Länge von mehr als 100 Metern und einem Reiseprogramm von mindestens 24 Stunden. Reguläre Fährverbindungen zwischen Norwegen und ausländischen Häfen sollen ausgenommen werden. Für Minikreuzfahrten wie die Strecke Kiel–Oslo könnte die Steuer jedoch durchaus relevant werden.

Fakt ist: Oslo wäre mit der Abgabe nicht allein. Island erhebt bereits eine Abgabe von 2500 isländischen Kronen (rund 18,25 Euro) pro Kreuzfahrtgast. Amsterdam verlangt von Kreuzfahrtpassagieren eine Tagestouristensteuer, die 2026 auf 15 Euro pro Person angehoben wurde.

Auch Barcelona bittet Kreuzfahrtgäste zur Kasse. Wer sich weniger als zwölf Stunden in der Stadt aufhält, zahlt derzeit elf Euro pro Person. Bis 2030 soll die Abgabe schrittweise auf bis zu 30 Euro pro Passagier steigen.

Fazit: Wer anlegt, soll künftig auch mitbezahlen – die Liste der Zusatzgebühren wird für Kreuzfahrtgäste immer länger.

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