"Ordnungsamt Online"

Sauber: Berlin kriegt Augen-auf-Portal

Auf Ordnungsamt Online kann man jetzt Müll und andere Probleme melden

MARC FLEISCHMANN
Lesezeit 2 Min
Wer sich über illegale Müllablagerungen aufragt, kann diese per „Ordnungsamt Online“ melden.

Wer sich über illegale Müllablagerungen aufragt, kann diese per „Ordnungsamt Online“ melden.

© cam.cop media / Klug Lizenz

Lichtenberg ist wieder Vorreiter bei einem Mecker-Portal. Hier wird seit gestern getestet, was für ganz Berlin möglich sein soll. „Wir sind erprobte Piloten“, sagt Bezirksstadtrat Andreas Prüfer (Linke). Sein Bezirk hatte 2011 bereits als erster das Melde-System „Maerker“ eingeführt (KURIER berichtete). Danach folgten Marzahn-Hellersdorf und Tempelhof-Schöneberg.

Der KURIER erklärt, wie „Ordnungsamt Online“ funktioniert: Nach Auswahl des Bezirks (bisher Lichtenberg), gibt man Straße und Hausnummer ein. Eine Karte zeigt die Adresse an. Auf der nächsten Seite geht es darum, die Meldung zu beschreiben. Wo es beim Vorgänger „Maerker“ acht Kategorien gab, sind es jetzt über 50. Der Nutzer wählt zwischen „Bauabfälle abgelagert“, „Verstoß gegen Leinenzwang“, „Rattenbefall“ oder „Grillen in Grünanlage“. Darunter kann man das Problem näher erläutern und Fotos anhängen.

Bevor das Ordnungsamt von der Schmuddel-Stelle erfährt, muss der Nutzer noch entscheiden, ob er eine Rückmeldung per E-Mail wünscht und für Nachfragen zur Verfügung steht. Wer das wünscht, muss zumindest seine Mail-Adresse eingeben. Weitere Kontaktdaten sind freiwillig. Auf alle Fälle anonym sei die Meldung für alle sichtbar, erklärt Prüfer. Wer auf „Senden“ drückt, schickt sie zum Bezirk.

In Lichtenberg kümmern sich im Schichtsystem bis 12 Mitarbeiter um alle eingehenden Beschwerden. 15000 seien das im Jahr, sagt Prüfer. Eine Mehrarbeit sieht er durch „Ordnungsamt Online“ nicht. Wer sein Problem dort eingebe, nutze keinen anderen Kanal wie Telefon oder Mail, argumentiert er.

Und trotzdem: Diese Redaktion prüft alle Beschwerden, bevor diese freigegeben werden. Man müsse aufpassen, sagt Prüfer, dass kein „Hetz-Portal über Nachbarn“ entstehe. Bei den Meldungen gibt es wie beim Vorgänger das Ampelsystem. Rot heißt „Hinweis eingetragen“, Gelb „In Bearbeitung“ und Grün „Erledigt“. Das Bezirksamt hatte beschlossen, dass Rückmeldungen nach drei Arbeitstagen erfolgen müssen.

Wann weitere Bezirke Lichtenberg folgen und den Service anbieten, ist unklar. Sicher scheint, dass „Ordnungsamt Online“ aber in ganz Berlin eingesetzt wird. Immerhin hat der Senat 1,3 Millionen Euro in die Entwicklung gesteckt.

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