Hier der Förderverein der Gedenkstätte Hohenschönhausen und die Union Opferverbände der kommunistischen Gewaltherrschaft. Nur 30 Meter entfernt DDR-Befürworter vom Verein „Unentdecktes Land“, die ein 50 Meter langes Transparent entrollten. „Diese Grenze wurde aufgehoben, damit wir gemeinsam in den Krieg ziehen“, stand drauf und erzürnte Gedenkstätten-Direktor Hubertus Knabe. Er sagte: „Es ist an Zynismus kaum zu überbieten, ausgerechnet dort und an diesem Tag die tödliche DDR-Grenze zu rechtfertigen. Die Aktion einiger Ewiggestriger fügt den Angehörigen der Mauertoten und Tausenden früher inhaftierten DDR-Flüchtlingen neues Leid zu.“ Auf Diskussionen ließ sich Knabe nicht ein.
Dem Transparent hielten Mitglieder des Vereinigung 17. Juni Fotos des Mauertoten Peter Fechter entgegen
© Eric Richard
Die Polizei genehmigte beide Aufzüge, sperrte nichts ab. So ging die unterschiedliche Einordung deutscher Geschichte im Touri-Trubel unter. Südamerikaner, die sich selbst fotografierten. Männer in Schottenröcken, kreischende Asiatinnen. Auf der Bühne Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Akten über die Mauer-Freunde: „Demonstrationen sind heute für alle Deutschen ein Grundrecht. An diesem Beispiel sieht man, dass die Demokratie das bessere System ist.“
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