„Wer kann das bezahlen?“, fragt sich Jarnett Klotz. Sie erzieht drei Kinder und arbeitet 30 Stunden in einer Pflegeeinrichtung. Weil ihr Einkommen (1100 Euro) nicht für den Dreipersonenhaushalt reicht, muss sie zusätzlich mit Hartz IV aufstocken. Jetzt der Schock: Ihre bisherige Miete für die 3,5 Zimmer-Wohnung (695 Euro) soll bald auf 1100 Euro ansteigen.
Modernisierungsmaßnahme der Deutsche Wohnen
Die Ursache für die drastische Erhöhung ist eine Modernisierungsmaßnahme ihres Vermieters, der Deutsche Wohnen. Jarnett Klotz soll eine Modernisierungsvereinbarung unterzeichnen und weigert sich. „Ich bin nicht bereit, die komplette Modernisierung zu zahlen, weil hier seit Jahren nichts getan wurde und alles vor sich hinrottet“, sagt sie. Ihr Badezimmer sei noch mit den Original-Kacheln von 1955 in pastell-grün versehen, und durch ihre maroden Fenster regne es rein.
Die Fenster sind total vergammelt, es regnet sogar hinein.
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Für einen Laien ist es fast unmöglich, zwischen einer Instandsetzungs- und einer Modernisierungsmaßnahme zu unterscheiden. Diese Einordnung ist aber entscheidend dafür, wer am Ende zahlt. Eine Instandsetzung zahlt der Vermieter, eine Modernisierung muss der Mieter tragen.
Die Abwasserrohre sind veraltet und wurden ein paar Mal geflickt.
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Klotz hat sich jetzt einen Anwalt genommen, weil die Deutsche Wohnen gegen sie klagt, um sie gerichtlich zur Duldung der Modernisierung zu zwingen. „Ich fühle mich unter Druck gesetzt. Ich bin regelmäßig von der Hausverwaltung angerufen worden und aufgefordert worden, die Vereinbarung zu unterzeichnen, da ich sonst schuld sei, wenn der Bau gestoppt werde.“
Deutsche Wohnen äußert sich gegenüber dem KURIER
Die Eisenbahnsiedlung war 1933 für Mitarbeiter der Deutschen Reichsbahn mit geringem Einkommen gebaut worden. 2007 wurden die Objekte von der Deutsche Wohnen übernommen. „Anscheinend ist die Menschlichkeit abhandengekommen“, so Klotz . Sie sei auch bereit, mit ihrem Vermieter einen Kompromiss zu finden. Bisher gab es aber nie ein persönliches Gespräch, so sagt sie.
Deutsche Wohnen äußerte sich gegenüber dem KURIER so: „Die Mieter können finanzielle Härte geltend machen“, sagt Unternehmenssprecher Marko Rosteck. Das bedeute, dass die Miete nach Modernisierung nicht mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens betrage. Für die alleinerziehende Mutter ist das ein schwacher Trost. Sie sagt: „Ich muss dann ausziehen, aber in der angespannten Lage, finde ich mit meinen Kindern keine vergleichbare Wohnung.“
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