Operncafé macht dicht

Wieder stirbt ein Stück Ost-Berlin

Schon wieder fällt ein Stück Osten dem Miet-Wucher zum Opfer. Schon wieder stirbt ein Stück Geschichte. Das Opernpalais Unter den Linden soll dichtmachen.

BK
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Die Miete sollte verdreifacht werden! Da resignierte Opernpalais-Betreiber Manfred Otte. Am 31. Dezember soll Schluss sein, rund 100 Angestellte verlieren ihren Job. „Wir haben uns mit dem Pächter darauf verständigt, den Mietvertrag nicht zu verlängern“, sagte Olaf Willuhn, Sprecher der TLG-Immobilien, zur „Berliner Zeitung“.

Zu DDR-Zeiten war das Operncafé der Treff in Mitte. Tagsüber gab es Torte, und abends drängelten sich bis zu 400 Nachtschwärmer in der Disco. „Sonntags und montags traf sich hier die homosexuelle Szene des Ostens“, erinnert sich DJ Icke von der Discothek Neuzeit. Größter Hit damals: „Give it up“ von KC & The Sunshine Band.

Hell erleuchtet: So romantisch sieht das Opernpalais in den Abendstunden aus.

Hell erleuchtet: So romantisch sieht das Opernpalais in den Abendstunden aus.

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Prost! Zu DDR-Zeiten war das Operncafé im Opernpalais ein beliebter Treffpunkt.

Prost! Zu DDR-Zeiten war das Operncafé im Opernpalais ein beliebter Treffpunkt.

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Der Laden war ständig rappelvoll, die Stimmung oft ausgelassen – am Tage und auch nachts.

Der Laden war ständig rappelvoll, die Stimmung oft ausgelassen – am Tage und auch nachts.

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Nach der Wende spielten Andrej Hermlin und sein Swing Dance Orchestra, Oststars wie Regina Thoss und Dagmar Frederic. Königin Silvia von Schweden und Sophia Loren probierten die leckere Torte.

Das Opernpalais mit seinem Operncafé hat aber eine viel längere Geschichte. Von 1733 bis 1737 errichtet und immer wieder umgestaltet. Hier lebten Töchter von König Friedrich Wilhelm III. (daher der Beiname „Prinzessinnenpalais“). Im Zweiten Weltkrieg wurde das Opernpalais nahezu vollständig zerstört, Anfang der 60er aber wieder aufgebaut. 500 Gäste fanden nun hier Platz – ob im Café, an der Bar oder im Grillrestaurant.

Was jetzt aus dem Areal werden soll, steht noch nicht fest. Ein Treffpunkt für Berliner und Touris wird es wohl nicht mehr sein. Ziel sei es, das Palais „innerhalb von zwei Jahren zu modernisieren und wieder zu vermieten.“ Im Gespräch: eine Nutzung als Konzernrepräsentanz oder als Businessclub.

SKA/STH

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