Der 24-jährige Jan G. war den Behörden schon seit längerer Zeit als psychisch auffällig bekannt, die Staatsanwaltschaft wollte den Mann im vergangenen Jahr sogar in eine geschlossene Psychiatrie einweisen. Doch ein Richter entschied: Jan G. darf nach Hause. Mitte November 2016 stand der 24-Jährige vor dem Landgericht Frankfurt (Oder), es ging um Raub, Diebstahl und Fahren ohne Führerschein. Die Anklage habe in dem Prozess auf eine Unterbringung des Mannes in der geschlossenen Psychiatrie gedrängt, sagte eine Sprecherin der Behörde gestern.
In diesem schönen Einfamilienhaus in Beeskow wurde Marianne G. von ihrem Enkel Jan G. getötet.
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Das Gericht sei diesem Antrag zwar grundsätzlich gefolgt. Doch weil ein Gutachter den 24-jährigen G. für therapierbar hielt, wurde die Maßnahme vom Gericht zur Bewährung ausgesetzt. Und Jan G. durfte als freier Mann nach Hause in den Hohenwalder Weg. Eine tödliche Entscheidung. Nicht nur Marianne G. könnte noch leben, wenn das Gericht damals strenger gewesen wäre. Auch die beiden Polizisten (49 und 52), die von Jan G. totgerast wurden, könnten noch bei ihren Frauen sitzen und mit ihren Kindern spielen. Bei den Kollegen der beiden ermordeten Beamten herrscht nun Trauer – und Wut.
Jan G.: ein gefährlicher Drogensüchtiger
„Wir fragen uns, nach welchen Kriterien die Justiz so etwas entscheidet“, sagt ein 61-jähriger Ermittler, der sich gestern in der Redaktion des Berliner KURIER meldete. Aus Angst vor dienstlichen Konsequenzen möchte der Mann zwar anonym bleiben. Doch er erzählt ein weitere haarsträubende Geschichte, die das Versagen der Justiz im Fall Jan G. noch einmal unterstreicht. „Der 24-Jährige hat bei einem Einsatz vor drei Wochen einen Diensthundeführer mit einem Messer angegriffen. Zum Glück ging der Hund dazwischen und biss den Kerl, so dass er drei Tage in einer Klinik lag. Schon da war klar, dass Jan G. ein gefährlicher Drogensüchtiger ist. Man hätte ihn da gleich festsetzen können. Dann wäre das alles hier nicht passiert.“
Diese Sachertorte hatte Marianne G. beim Bäcker für ihr Geburtstagsfest bestellt.
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Was bleibt, ist die Trauer der Angehörigen. Tragisch: Marianne G. wollte am Tag ihrer Ermordung ihren Geburtstag feiern. In einer Gaststätte hatte sie 15 Plätze reserviert, bei einem Bäcker eine leckere Sachertorte bestellt. Doch bevor sie die mit Marillenmarmelade gefüllte Schoko-Leckerei abholen konnte, griff ihr Enkel zum Messer.
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