Im November 1989 soll Miklos P. (45, damals 19 Jahre alt) die nette Dame erwürgt haben. Um Geld und Schmuck zu rauben.
Fast 26 Jahre später der Prozess. Miklos P. stand auf – höflich, freundlicher Blick, gepflegte Erscheinung, keinerlei Vorstrafen.
Im Februar kamen auf der Straße Polizisten auf ihn zu. Sofort klickten Handschellen. Seitdem sitzt der Familienvater in Haft. Geschockt, wie er sagt: „Ich wurde aus dem Leben gerissen.“
Es waren verfeinerte Methoden der Kriminaltechnik, die Bewegung in den Fall brachten.
Der Staatsanwalt: „Unter den Fingernägeln der Toten waren DNA-Spuren gesichert worden, die 25 Jahre später zugeordnet werden konnten.“ Kleinste Partikel, eine „Mischspur“.
Die Rentnerin aus Neukölln war eine herzliche Frau. Die Mauer war gerade gefallen, als sie Miklos P. vor einer Apotheke sah und ihm etwas Gutes tun wollte.
Der damals schlaksige Mann aus Ungarn liebte eine Ost-Berlinerin, war eigentlich deshalb in der Stadt. Hildegard Zeise erzählte Bekannten kurz vor ihrem Tod, sie habe einem „ausgehungerten“ jungen Mann ein halbes Hähnchen spendiert.
Miklos P. zum Richter: „Sie sprach mich an und lud mich auch zu sich ein.“ Bei einem zweiten Besuch habe er ihr dann bei einer Gardinenstange geholfen. Mehr sei nicht gewesen: „Ich habe mit diesem schrecklichen Verbrechen nichts zu tun.“
Die Polizei tappte zunächst im Dunkeln. Doch Mord verjährt nie. Regelmäßig werden ungeklärte Fälle geprüft.
1993 geriet P. ins Visier der Ermittler, kam kurz in Untersuchungshaft. Die Indizien aber waren nicht stark genug. Mit verfeinerten Methoden der Kriminaltechnik wurde der Fall 2014 erneut untersucht. Ein Treffer führte zum Angeklagten.
Version von Miklos P.: „Ich habe am Tattag nicht bei der Frau geklingelt, sondern bin mit meiner damaligen Freundin nach Budapest geflogen.“ Das sei „lange geplant“ gewesen.
Seine Ex aber gab später zu Protokoll, die Abreise sei überstürzt und für sie überraschend gewesen. Der Raubmord-Prozess geht Donnerstag weiter. KE
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