Balance ist das richtige Stichwort ist. Die hat der Ex-Nationalspieler für sich selbst in Köpenick inzwischen auch gefunden. „Ich bin unter anderen Voraussetzungen zu Union gekommen. Sascha Lewandowski wollte mich unbedingt haben. Und im Sommer war alles anders“, so der Routinier.
Dass Trainer Jens Keller durch die Bank auf die jüngeren Toni Leistner und Roberto Puncec setzte, nagte doch an ihm. Er wollte ja weiter eine wichtige Rolle spielen und nicht nur außen vor sein. „Es hat etwas gedauert. Ich musste natürlich über die Situation nachdenken. Und irgendwie es ist ja auch logisch, dass ein Trainer erst einmal auf die Jüngeren setzt“, gibt Pogatetz zu.
Im Training haute er sich rein, versuchte mit seiner Erfahrung und Routine das Team zu stärken. Freitag war er – Novum bei Union – neben Michael Gspurning, Philipp Hosiner und Christopher Trimmel einer von vier Ösis im 18er-Kader gegen Würzburg. Ösern Union, also! Nach Rot für Roberto Puncec musste er auch ran. „Ich war da so aufgeregt, dass ich zunächst zum falschen Tor zum Warmmachen gelaufen bin. Der Schiri musste mich da wegschicken“, sagte er lachend. Schön zu sehen, dass auch alte Haudegen Lampenfieber haben und nicht nur ein Programm abspulen, wenn es im Ballhaus des Ostens zur Sache geht.
Im Spiel war davon aber nix zu merken. „Es war ja auch wie gemacht für mich. Ich konnte meine Stärken einbringen“, so Pogatetz. Kopfbälle, Zweikämpfe. Mit einer fantastischen Quote: 100 Prozent! Nummer 6 wäre fast missglückt. „Da rutsche ich weg, aber Benny Kessel hat das super gemacht gegen zwei. Da müsste er eigentlich Zweikampfquote 200 Prozent kriegen“, scherzte Pogatetz.
Sofort nach dem Schlusspfiff bedankte er sich dafür. Es sind diese Motivations- und Mediatorenaufgaben, die ihn auch für die Truppe so wertvoll machen. Auf dem Rasen selber dürfte er es schon am Freitag auf St. Pauli wieder unter Beweis stellen können.
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