O Sohle mio!

Weltrekord beim Marathon verpasst

42. Berlin-Marathon - Schuhpanne behinderte Eliud Kipchoge ...

JEANNETTE HIX und SABINE GUDATH (Fotos)
Lesezeit 4 Min
Uff, geschafft: Mike Buckle (38) aus Birmingham machte nach seinem Marathon-Lauf erstmal Pause: 3 Stunden und 19 Minuten hat er gebraucht. Sein Energiespender waren Bananenhäppchen.

Uff, geschafft: Mike Buckle (38) aus Birmingham machte nach seinem Marathon-Lauf erstmal Pause: 3 Stunden und 19 Minuten hat er gebraucht. Sein Energiespender waren Bananenhäppchen.

© gudath Lizenz

Obwohl Mikael Arnskeow (55) aus Dänemark auf der Strecke Schmerzen in den Beinen hatte, hielt er durch. Zum Dank gab es nach 4 Stunden und 7 Minuten Laufzeit von Frau Lis ein Küsschen und ein Bierchen.

Obwohl Mikael Arnskeow (55) aus Dänemark auf der Strecke Schmerzen in den Beinen hatte, hielt er durch. Zum Dank gab es nach 4 Stunden und 7 Minuten Laufzeit von Frau Lis ein Küsschen und ein Bierchen.

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Mit einer Bestzeit von 3 Stunden und 45 Minuten kam Ursula Thiel (55) aus Stuttgart ins Ziel und gesteht: „Bei Kilometer 30 hatte ich einen Hänger. Doch das Publikum, die Bands und Trommler haben mich motiviert, weiterzulaufen.“

Mit einer Bestzeit von 3 Stunden und 45 Minuten kam Ursula Thiel (55) aus Stuttgart ins Ziel und gesteht: „Bei Kilometer 30 hatte ich einen Hänger. Doch das Publikum, die Bands und Trommler haben mich motiviert, weiterzulaufen.“

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Die Wrestling-Maske auf dem Kopf, der knackige Oberkörper frei – so feierte der Mexikaner Ricardo seine persönliche Bestzeit von 3 Stunden und 15 Minuten. „Die Energie vom Publikum hat mich über die Strecke getragen“, sagt der 36-Jährige.

Die Wrestling-Maske auf dem Kopf, der knackige Oberkörper frei – so feierte der Mexikaner Ricardo seine persönliche Bestzeit von 3 Stunden und 15 Minuten. „Die Energie vom Publikum hat mich über die Strecke getragen“, sagt der 36-Jährige.

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Und Prost! Nach ihrem Lauf (3:19) zischte die Australierin Ruth (46) erstmal ein Bierchen. „Berlin hat nicht nur das tollste Publikum, sondern auch weltweit die schönste Marathon-Strecke“, sagt die Siebenfache-Marathon-Expertin.

Und Prost! Nach ihrem Lauf (3:19) zischte die Australierin Ruth (46) erstmal ein Bierchen. „Berlin hat nicht nur das tollste Publikum, sondern auch weltweit die schönste Marathon-Strecke“, sagt die Siebenfache-Marathon-Expertin.

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Die Holländerinnen Daniele (re.) und Elise haben Biss: In 3 Stunden und 27 Minuten meisterten sie die Mega-Tour, obwohl Daniele bei Kilometer 38 Bauchmerzen bekam. „Die waren wie weggeblasen als mich die Berliner anfeuerten“.

Die Holländerinnen Daniele (re.) und Elise haben Biss: In 3 Stunden und 27 Minuten meisterten sie die Mega-Tour, obwohl Daniele bei Kilometer 38 Bauchmerzen bekam. „Die waren wie weggeblasen als mich die Berliner anfeuerten“.

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Eliud Kipchoge siegte zwar mit einer Zeit von 2:04:00 Stunden, den Weltrekord (2:02:57) von 2014 konnte er aber nicht brechen.

Eliud Kipchoge siegte zwar mit einer Zeit von 2:04:00 Stunden, den Weltrekord (2:02:57) von 2014 konnte er aber nicht brechen.

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Mit diesen Schlabber-Einlegesohlen quälte sich Eliud Kipchoge durch den Marathon.

Mit diesen Schlabber-Einlegesohlen quälte sich Eliud Kipchoge durch den Marathon.

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Der Kenianer traurig: „Ich hatte von Anfang an Probleme mit den Schuhen, aber keine Zeit, die Sache zu beheben.“

Doch trotz starker Fußschmerzen quälte sich das „Kämpferherz“ zum Sieg. Zehn Kilometer vor dem Ziel hatte er – trotz Schlabbereinlagen – das Bummeltempo der Führungsgruppe erreicht und zog vorbei.

Rund eine Million Zuschauer jubelten ihm zu – ein kleiner Trost für die entgangene Weltrekord-Prämie von 50.000 Euro. Aber die 40.000 Euro Siegesprämie hat er dafür sicher und den Teilnahmebeitrag von 98 Euro locker wieder raus.

Wie den Marathon-Meister plagten auch Mikael Arnskeow (55) aus Dänemark auf der 42,195 Kilometer-Strecke Schmerzen in den Beinen. „Ich wollte immer nur noch einen Kilometer mehr schaffen – und plötzlich war ich nach 4 Stunden und 7 Minuten im Ziel“, sagt er. Dort wartete Frau Lis mit einem Bierchen und der Schmerz war vergessen.

Mit Bananenhäppchen meisterte Mike (38) aus Birmingham die Strecke in 3 Stunden und 19 Minuten. Ob er seine Bestzeit bei seinem 2. Berlin-Marathon den Bananen zu verdanken hat?

Insgesamt 145.000 der süßen Energiespender haben die Marathon-Teilnehmer verdrückt. Außerdem brachten sie 80.000 Kekse, 45.000 Äpfel und 10.000 Joghurtdrinks auf Tour.

Nachgespült wurde mit 240 Litern Wasser. Auch 40.500 mit Wasser getränkte Schwämme sorgten für Erfrischung.

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Zu den Pechvögeln zählte Handbiker Alessandro Zanardi (48), der mit 180 anderen Handbikern um 8.43 Uhr vor den Läufern gestartet war.

„Mir ist die Kette gerissen, aber es war ein wunderschöner Tag“, sagte Zanardi, der 2001 bei einem Unfall in der Formel 1-ChampCar-Serie beide Beine verlor. In 1:50:32 Stunden kam er als 72. Handbiker ins Ziel.

Pech hatten auch die 220 Fahrer, deren Autos an der Strecke abgeschleppt wurden. Denn hier war Parkverbot.

Neben den 1.400 Polizisten, die am Marathon-Wochenende im Einsatz waren, sorgten auch 5.900 Helfer für Ordnung und die Betreuung der insgesamt 58.468 Teilnehmer.

Die meisten Läufer kamen übrigens aus Deutschland (18 963), gefolgt von Dänemark (3363), Großbritannien (3223), Frankreich (1909) und den USA (1578). 806 Läufer kamen aus Brasilien und 766 aus Mexiko und 712 aus China.

Peter Czanyo (60) war extra aus Agentinien angereist (wir berichteten). Der 60-Jährige gilt als medizinisches Wunder, weil ihm seit einer Krebsoperation 2003 die Hälfte der Lunge fehlt.

Trotzdem rannte er beim Berlin-Marathon mit und erreichte sein Ziel, unter fünf Stunden zu bleiben. „Ich will anderen Menschen Mut machen. Auch bei schlimmer Diagnose darf man sich nie aufgeben. Der Wille versetzt Berge.“

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