Luftnotlage

Stechender Geruch über dem Atlantik – Swiss-Boeing 777 setzt Notruf ab und landet auf Militärbasis

Der Flug LX9 aus Chicago endete am Dienstagmorgen auf der Azoren-Insel Terceira. 222 Passagiere und 16 Crewmitglieder verließen die Maschine unverletzt.

Foto von Autor/Autorin: Tobias Esters
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Ein Flugzeug der Swiss im Landeanflug (Symbolbild).

Ein Flugzeug der Swiss im Landeanflug (Symbolbild).

© Andreas Haas/IMAGO

Auf halbem Weg über den Atlantik lag plötzlich ein stechender Geruch in der Economy Class. Woher er kam, konnte an Bord niemand klären. Die Piloten der Boeing 777-300 ER von Swiss International Air Lines entschieden sich deshalb gegen den Weiterflug nach Zürich und meldeten der Flugsicherung eine Luftnotlage an.

Landung auf einer Luftwaffenbasis

Um 6.30 Uhr Ortszeit setzte die Maschine am Dienstag am Flughafen Lajes auf der Azoren-Insel Terceira auf. Der Platz gehört zu einer Luftwaffenbasis und wird auch zivil genutzt. 

Die 777 rollte anschließend ohne Hilfe von der Piste. Alle 222 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder – zwei Piloten und 14 Flugbegleiter – verließen das Flugzeug nach Angaben der Airline auf dem normalen Weg, ohne Notrutschen, ohne Zwischenfall. Der Flug LX9 war am Vorabend in Chicago gestartet. Das berichtet aerotelegraph.com.

Fünf Reisende und ein Crewmitglied wurden nach der Landung medizinisch durchgecheckt. Sie hätten kurzzeitig über gereizte Augen, Übelkeit und Kopfschmerzen geklagt, teilte Swiss mit. Eine weitergehende Behandlung sei in keinem Fall nötig gewesen.

Welche Ursache der Geruch hatte, ist laut dem Bericht weiter offen. Techniker der Fluggesellschaft sollen das Flugzeug nun gründlich prüfen. Bis diese Untersuchung abgeschlossen ist, will Swiss nach eigenen Angaben nicht über mögliche Auslöser spekulieren.

Bildunterschrift:Der Kurswechsel von Flug LX9: Statt weiter Richtung Zürich (violett) drehte die Maschine über dem Atlantik nach Süden zum Lajes Field auf Terceira (grün).

Bildunterschrift:Der Kurswechsel von Flug LX9: Statt weiter Richtung Zürich (violett) drehte die Maschine über dem Atlantik nach Süden zum Lajes Field auf Terceira (grün).

© Screenshot: Airnav radar

Die Crew setzte am Transponder den Code 7700. Er signalisiert der Flugsicherung einen allgemeinen Notfall an Bord – das kann ein Problem mit einem Triebwerk sein, Rauch oder Feuer, ein Druckverlust, ein medizinischer Zwischenfall oder ein anderer ernster technischer Defekt.

Automatisch akute Gefahr bedeutet der Code nicht. Er wird auch gesetzt, um bei technischen oder medizinischen Problemen auf der sicheren Seite zu sein. Genau so schildert es Swiss für LX9: Die Luftnotlage sei in Absprache mit der Flugsicherung erklärt worden, damit die 777 im Luftraum mit der nötigen Priorität behandelt werde.

Zwei Chicago-Flüge gestrichen

Betroffen sind auch Reisende, die mit dem Vorfall nichts zu tun haben. Weil das Ersatzflugzeug für die Abholung gebraucht wird, streicht Swiss den Flug LX8 von Zürich nach Chicago sowie den anschließend mit derselben Maschine geplanten Rückflug von Chicago nach Zürich. Die Airline will für diese Passagiere nach eigenen Angaben andere Reisemöglichkeiten organisieren.

Wer für Dienstag oder Mittwoch eine Verbindung über Zürich in die USA gebucht hat, sollte den Flugstatus vor der Fahrt zum Flughafen prüfen. Umbuchungen laufen in solchen Fällen üblicherweise über die Airline oder das Reisebüro, bei dem gebucht wurde.

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