Norbert Düwels Wort zur Saison

Wir sagen nicht, wir werden Erster, aber...

Unions Trainer geht unglaublich tiefenentspannt die ganz großen Ziele an.

Mathias Bunkus
Lesezeit 3 Min
Trainer Norbert Düwel gibt mit einer Trillerpfeife bei Union den Ton an.

Trainer Norbert Düwel gibt mit einer Trillerpfeife bei Union den Ton an.

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Man hat den 47-Jährigen ja auch schon anders erlebt. Bissig. Wortkarg. Abweisend. Vielleicht auch hervorgerufen durch Verunsicherung. Doch das scheint der Vergangenheit anzugehören. Düwel wirkt ein klein bisschen wie neu erfunden.

Auch wenn der Urlaub nur kurz war, konnte der Oberbayer ganz viel Kraft schöpfen. Es mussten nicht ständig hektische Gespräche geführt werden. Er wusste, dass die Eisernen ihre Hausaufgaben zuvor ordentlich erledigt hatten. Denn bis auf die Causa Sebastian Polter – und da sind nicht die Köpenicker am Zug – ist die Personalplanung unter Dach und Fach.

Und auch da sind die Weichen gestellt. „Wir verfallen nicht in Panik, wenn das nicht klappt. Auch wenn ich weiter ein gutes Gefühl habe“, meinte Düwel. Schließlich habe man die Alternativen schon alle auf dem Zettel, sei da einiges „im Vorfeld auf den Weg gebracht“ worden. „Wir sind nicht vor den Kopf gestoßen, wenn es nicht klappen sollte mit Sebastian.“

Natürlich hat er sich intern eine Deadline gesetzt. Düwel: „Wir wollen das relativ bald über die Bühne bringen. Je später jemand dazukommt, umso schwieriger wird es, ihn sofort zu integrieren.“ Am liebsten hätte er seinen Toptorjäger schon im Trainingslager in Österreich (3. bis 7. Juli) dabei. Notfalls auch erst beim Punktspielstart.

Selbst wenn bis dahin ein neuer Angreifer unterschrieben hat, muss die Tür für Polter damit nicht zu sein. Union weiß ja, was sie an ihm haben. Und mehrere Angreifer mit hoher Qualität schaden ja auch nicht. „Es kann sich ja immer mal einer verletzen“, verwies Düwel auf die Tücken des Geschäfts.

Auch auf anderen Positionen ist noch nicht alles in Zement gegossen. „Wir sind ja erst am Beginn der Vorbereitung. Da ist noch einiges an Bewegung drin. Kann ja auch sein, dass uns noch jemand verlässt“, so der Coach weiter.

Sein Saisonziel „Platz 1 bis 6“ hält er nicht für ver-, sondern angemessen. „Nach dem guten siebten Platz im Vorjahr will man sich natürlich weiter verbessern.“ Alles andere ist für Düwel eben unglaubwürdig. „Wir hängen uns nicht aus dem Fenster und sagen, wir werden Erster. Aber wir haben einen ordentlichen Kader“, sieht Düwel seine Truppe als absolut konkurrenzfähig.

Auch wenn zehn, elf Mannschaften die gleiche Zielstellung im Kopf haben, stört ihn das wenig. Das heißt nicht, dass die Eisernen Platz 1 anvisieren. Der ist wohl für die Rote-Brause-Kollegen aus Leipzig mit ihrem finanziellen Füllhorn reserviert. Aber mitnehmen würden die Köpenicker ihn gegebenenfalls eben doch.

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