Bei der Nokia-Tochter Here in der Chausseestraße sind 1000 Mitarbeiter tätig. Die Softwareschmiede gehört neben Google und TomTom zu den drei größten Kartenanbietern der Welt. Hervorgegangen ist Here 1999 aus dem Berliner Start-Up Gate5. Sieben Jahre später kaufte Nokia die Routenplaner-Software für rund 250 Millionen Euro. Seitdem ist aus dem Berliner Unternehmen ein echter Riese geworden. Here betreibt weltweit 200 Büros in über 50 Ländern. Global sind mehr als 6000 Mitarbeiter angestellt.
Die Qualität der Geodaten von der Spree soll so gut sein, dass sie Logistik-Monster wie FedEx und Internet-Giganten wie Facebook, Amazon, Microsoft und Yahoo nutzen. Aber der Mutterkonzern Nokia stellt sich gerade neu auf, plant Zukäufe und deswegen soll der Kartendienst gewinnbringend verkauft werden.
Die Interessenten stehen Schlange: Der Fahrdienst Uber soll dabei vorne liegen und bereits drei Milliarden US-Dollar geboten haben. Facebook, Apple, Microsoft und der chinesische Internet-Riese Alibaba bieten fleißig mit. Besonders heiß sind auch die deutschen Autohersteller. Audi, BMW und Daimler haben sich zusammengetan, um Here zu erwerben. Die Luxusschlitten der Anbieter werden in Zukunft selbst fahren und braucht dafür ständig aktuelles Kartenwerk.
Vier von fünf Autos haben die Technik von Here jetzt schon in ihren vorinstallierten Navigationssystemen. Ganz unverhohlen drohen die Autoriesen damit, die Zusammenarbeit zu beenden, falls sie den Zuschlag im Milliardenpoker nicht erhalten. BEL
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