Es hätte die Geschichte des Jahres werden können. Eine für das Goldene Buch Köpenicks. Ein wahres Märchen mit einem realen Prinzen.
Der heißt Maximilian Thiel und hat seit dem 5. Februar vorigen Jahres nicht mehr in der Zweiten Liga gespielt. Zuerst sitzt er nur auf der Bank, weil bei seinem Team vor der Pause aber nichts läuft und Simon Hedlund nicht einmal das winzigste Ausrufezeichen setzt, kommt Thiel zu seinem 45-minütigen Saisondebüt.
Dabei sind die Vorzeichen alles andere als gut. Sein Team liegt nach arg schwacher erster Hälfte 0:1 zurück, weil Eintrachts Kapitän Ken Reichel eine ganze Fehlerkette in Unions Abwehr eine Wuchtbrumme unter die Latte setzt (6.).
Union in Braunschweig
Auch das noch: Gelb-Rote Karte für Roberto Puncec.
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Frust macht sich breit bei Toni Leistner und Stephan Fürstner. Der Aufstieg ist abgehakt.
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Hängende Köpfe bei den Eisernen.
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Kaum ist Thiel im Spiel, wird seine Mission noch unerfüllbarer, weil einerseits Roberto Puncec gegen Christoffer Nyman die Sense rausholt und mit Ampelkarte zum Duschen muss (64.) und weil Reichel nicht nur scharf, sondern auch präzise kann – das 0:2 (64.) ist sozusagen der Genickbruch und das Aus der Träume.
Die letzte halbe Stunde in Unterzahl, dazu ohne die Stürmer-Asse Sebastian Polter (gesperrt) und Steven Skrzybski (verletzt), das wird nichts. Es ist nicht die Phase der Köpenicker und schon gar nicht das zwingende Spiel, das unbedingt nach Bundesliga verlangt.
Aber nicht mit Thiel. Gleich der erste verheißungsvolle Angriff, auch wenn erst in Minute 65, sitzt, weil Thiel das macht, was seine Kollegen vorher nicht hingekriegt haben: Der Joker ist genau dort, wo er gebraucht wird. Weil Eintracht-Keeper Jasmin Fejzic einen Schuss von Philipp Hosiner nicht festhält, zirkelt Thiel das überraschende 1:2 rein (65.).
Es sind exakt 67 Sekunden zwischen dem vermeintlichen Aus und der neuen Hoffnung. Nur: So richtig geht da nicht wirklich was, zumal Domi Kumbela mit dem 1:3 (75.) endgültig die Fronten klärt.
Was bleibt Union? Weitermachen, immer weiter. „Es war eine klasse Saison“, sagt Jens Keller trotz der Niederlage. Nur weiß der Trainer auch: „Bei sechs Punkten Rückstand sollten wir realistisch bleiben. Trotzdem werden wir die beiden letzten Spiele mit vollster Konzentration angehen.“
Das Happyend aber wird’s nicht geben. Nicht einmal für Maxi Thiel. Sein auslaufender Vertrag, so die aktuelle Situation, wird nicht verlängert ...
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