Geduldig wartet der Dampfer ...
© Andreas Klug Lizenz
... dass Maschinist Wolfgang Giehler, den „Fahrstuhlknopf“ drückt.
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Während dessen zeigt Betriebsstellenleiter Jörg Schumacher im alten Schiffshebewerk eine von insgesamt 128 Seilrollen ...
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... sowie einige der 256 dicken Stahlseile, an denen Trog und Gegengewichte hängen.
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Wie der fertige Neubau neben dem alten Werk 2016 aussehen wird, zeigt das Modell.
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Von der öffentlichen Plattform des alten Werkes hat man einen schönen Blick auf das neue Werk.
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Ein Druck auf den Knopf und schon wird der tonnenschwere Frachter nach oben gefahren – sieben Meter pro Minute. Er schwimmt in einem 4000 Tonnen schweren Trog – 192 Gegengewichte samt 256 mannsarm dicken Stahlseilen ziehen Trog und Schiff über Umlenkrollen hoch: Im größten, öffentlich begehbaren Schiffshebewerk Europas in Niederfinow will ein Schiff nach oben – oder nach unten. Denn hier ist landschaftlich bedingt ein Höhenunterschied von 36 Metern zu überwinden.
Schon 1927 (bis 1934) wurde das Schiffshebewerk gebaut. Warum? Weil durch die kleinen Schleusen die großen Frachter nicht passten. Damals wie heute war der Schiffsverkehr attraktiv – denn in ein Schiff passt bis zu 120 Mal mehr Ladung als in einen Brummi. Darum hatte man vor 100 Jahren die seit 1743 bestehende alte Havel-Oder-Wasserstraße auf 149 Kilometer Länge ausgebaut, die auch heute noch Berlin Spandau und das polnischen Szczecin verbindet. 2013 waren hier 13700 Schiffe unterwegs – vom Frachter bis zum Segler. Alle hatten den „Schiffsfahrstuhl“ passiert. Und der bekommt jetzt einen großen Bruder. Direkt neben dem alten Werk wird seit März 2008 ein neues Schiffshebewerk gebaut. Größer, höher, moderner. Es soll später mal das alte Werk ersetzen, das dann zum Museum wird.
Kritiker bemängeln den 285 Millionen Euro teuren Bau, der schon 2014 fertig sein sollte und es doch erst 2016 wird: Die Planer hatten den passgenauen Montagearbeiten weniger Zeit eingeräumt als sie brauchten. Das Argument der Kritiker gegen den Neubau: Die Havel-Oder-Wasserstraße gebe nicht so viel Schiffsaufkommen her. Peter Huth vom Wasser- und Schifffahrtsamt des Bundes hält dagegen: „Das alte Hebewerk ist stark sanierungsbedürftig. Darüber hinaus kann es große, moderne, wirtschaftliche Schiffe nicht transportieren.“ Zum Vergleich: Mit 52 Metern Höhe, 27 Meter Breite und 94 Meter Länge kann das alte Werk in seinem Trog nur bis zu 80 Meter lange Schiffe befördern. Im neuen, größeren Hebewerk können sie bis zu 110 Meter lang, bis zu 11,40 Meter breit sein und bis zu 2,80 Meter tief im Wasser liegen (alt: 2 m) – die üblichen Maße moderner Frachter. Na dann, Schiff ahoi! Hoffentlich klappt’s mit 2016 – aber wir sind durch den BER-Fluchhafen ja einiges gewohnt ...
Das alte Schiffshebewerk ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: 2 Euro. Sie wollen mal mit dem Ausflugsdampfer durchs Hebewerk? www.schiffshebewerk-niederfinow.info
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