Clan-Krimineller

Polizeischutz für Maler - Nidal-Graffito übermalt

Das Porträt des erschossenen Intensivtäters wurde im Morgengrauen überstrichen.

Alexander Schmalz
Lesezeit 2 Min
Handwerker übermalen das Wandbild des ermordeten Intensivtäters Nidal R. am Tempelhofer Feld. Die Arbeiten erfolgten unter Polizeischutz.

Handwerker übermalen das Wandbild des ermordeten Intensivtäters Nidal R. am Tempelhofer Feld. Die Arbeiten erfolgten unter Polizeischutz.

© dpa

Fünf Tage hatte es gedauert, bis eine Firma gefunden wurde, die sich den prekären Auftrag zutraute. Gestern gegen 7 Uhr, kurz nach Sonnenaufgang, wurde das Konterfei des am 9. September erschossenen Schwerverbrechers mit weißer Farbe abgedeckt. Neuköllns Vize-Bürgermeister Falko Liecke (CDU) sprach von einer „Hauruck-Aktion“. In nur 30 Minuten war das viel diskutierte Wandbild an der Oderstraße weg.

„Die angefragten Malerfirmen hatten Bedenken.“

Ein Polizist schaut auf das Graffiti an der Oderstraße. Eine Malerfirma soll es unter Polzeiaufsicht überstreichen.  

Ein Polizist schaut auf das Graffiti an der Oderstraße. Eine Malerfirma soll es unter Polzeiaufsicht überstreichen.  

© Oberst

Weil der Bezirk mit Gegenwehr von Seiten der Nidal-Anhänger rechnete, bekamen die beiden Handwerker Polizeischutz. Schon im Vorfeld hatte es Probleme bei der Auftragsvergabe gegeben. „Die angefragten Malerfirmen hatten Bedenken. Sie hatten Angst vor Übergriffen auf Angestellte oder Firmenwagen“, sagt Liecke. Nachdem klar war, dass die Wand der landeseigenen Berlin Grün GmbH gehört, übernahm ein Dienstleister des Unternehmens den Auftrag. Mannschaftswagen der Polizei bildeten einen Sichtschutz.

Die Mauer, die wenige Meter vom Tatort entfernt ist, an dem Nidal R. am 9. September von drei Männern erschossen wurde, könnte schon nächste Woche neu bemalt werden. Liecke wünscht sich, dass Kinder und Jugendliche des nahe gelegenen Jugendclubs Outreach die Wand neu gestalten. Bei dem Motiv hätten sie freie Hand.  

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