Nicky aus Lichtenrade

Dieser Kleene macht Hosogai & Hertha Mut

Denn der zehnjährige Nicky aus Lichtenrade weiß, wie blau-weiße Träume in Erfüllung gehen können

André Bellert und Andreas Lorenz
Lesezeit 3 Min

Nicht weniger als drei You-Tube-Clips erzählen – mit japanischen Schriftzeichen – die Geschichte von Nicky und Hajime nach. Fast 20.000 Mal wurden sie geklickt. Und Nicky steht natürlich weiter, wann immer es geht, mit einem neu gemalten Hosogai-Schild im Stadion.

Selbst beim traurigen Pokal-Aus in Bielefeld war er mit Papa und Mama dabei, reckte seine Botschaft an den japanischen Defensiv-Dauerrenner in den Abendhimmel. Trotzig wie sich nur ein Kind gegen eine Enttäuschung stemmen kann. Immer sicher, dass Hajime (und Hertha) ein bisschen Trost aus seinen, Nickys, Bastelarbeiten ziehen können.

Verrückt: Tags darauf liefen sich die beiden bei der Rückreise am Bahnhof über den Weg.

Nicky gibt alles für seinen Verein. Natürlich kriegt er mit, dass nicht alles optimal gelaufen ist in der Hinrunde 14/15. Aber was stört das einen echten Fan?

Denn damals, als ihm Hajime das verschwitzte Trikot mit der Nummer 7 in die Hand reichte, damals, als Nicky von seinen Gefühlen überwältigt zu Papa rannte und seinen Glückstränen freien Lauf ließ, damals hat der Steppke was kapiert. Träume darf und muss und soll man haben. Denn Träume werden wahr. Nicht immer und nicht sofort. Aber wenn man nur fest genug daran glaubt ...

Nicky bewarb sich schon zweimal bei Mal-Wettbewerben für die Gilde der Einlaufkids bei Hertha-Heimspielen. Dabei ist Malen gar nicht so sein Ding. Einmal war er an der Hand von Bayern-Superstar und WM-Finaltorschütze Mario Götze mit dabei. Vor dem Sieg über Dortmund dann mit Herthas Nico Schulz. Nicht schlecht, aber ...

In der Rückrunde will er unbedingt mit Hajime ins Olympiastadion einlaufen. Hofft, dass sich sein Idol mit der ganzen Hertha bis dahin auf die Straße des Erfolgs zurückgekämpft hat. Über die Feiertage hat sich Nicky einfach mal hingesetzt und ein paar Zeilen an Hajime und Hertha aufgeschrieben. Zeilen voller Fanliebe und Zuversicht, voller blau-weißer Hingabe.

Er schreibt: „Lieber Herr Hosogai, ich finde Sie sind ein toller Spieler und kämpfen immer bis zum Umfallen für Hertha. Seien Sie bitte nicht traurig, dass es bisher nicht so gut lief. Ich wünsche allen Spielern, besonders Ihnen, viele tolle Spiele, so wie gegen Dortmund, damit Sie sich hier wohl fühlen und noch ganz lange für Hertha spielen!“

Ach ja, eine Auswärtsfahrt – mit Sieg! – hat Nicky auch fest eingeplant. Am 10. April nach Hannover. Dann ist er eben elf geworden – und bringt Hajime Hosogai ein neues Plakat mit!

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