„Nicht auszuhalten“

Hellersdorfer um den Schlaf gebracht: Es stinkt zum Himmel

Der Berliner Kurier hat nach einem Facebook-Hinweis den Grund herausgefunden.

Alexander Schmalz
Lesezeit 2 Min

© Oliver Berg/dpa (Symbolbild)

„Ab 21 Uhr zog ein übler Gestank in unsere Wohnung. Es roch wie ein Mix aus vollgemachten Baby-Windeln und Erbrochenem. Es war nicht auszuhalten“, sagte Susanne Schneider aus der Cottbusser Straße in Hellersdorf dieser Zeitung.

Denis Kölle schrieb auf Facebook: „Da ist man 3 Tage nicht in Hellersdorf und steigt aus der Bahn und es riecht nach Dixi Klo.“ Und Cornelia Arndt beklagte, dass es am U-Bahnhof Kaulsdorf wie in einer öffentlichen Toilette gerochen habe.  Martina Rautenberg hatte bereits am Mittwochabend eine erste Erklärung parat.

Sie vermutete, dass das Problem mit der Kanalisation zu tun haben könnte. Bei ihr in der Mark-Twain-Straße hätte es gestunken wie nach einem „Giftanschlag mit Jauche“. Die erste Intuition der Frau war war vielleicht etwas übertrieben, aber nicht ganz falsch.

1,20 Meter dicker Schmutzwasserkanal

„Uns ist seit Jahren ein Geruchsproblem durch den Hellersdorfer Graben bekannt“, sagte Stephan Natz, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe. Bei dem Graben handelt es sich um einen 1,20 Meter dicken Schmutzwasserkanal, der parallel zur U-Bahntrasse der Linie U5 zwischen den Bahnhöfen Hellersdorf und Louis-Lewin-Straße verläuft.

Aufgrund der langanhaltenden Hitze sei der Abwasserkanal derzeit trocken. Da es jetzt länger keine größeren Regenfälle gab und durch die Urlaubszeit weniger Abwasser von den Hellersdorfern produziert wurde, floss weniger Wasser durch den Kanal. Diese Ursachen könnten laut Natz zu „Fäulnissreaktionen“ geführt haben.

Dosiercontainer aufgestellt

Die übel riechenden Dämpfe würden dann über offene Wartungsschächte entfleuchen. Zwar hatten die Wasserbetriebe vor rund acht Jahren in der Nähe der Sebnitzer Straße Geruchsfilter am Kanal eingebaut. Zusätzlich wurde ein sogenannter Dosiercontainer aufgestellt, der die Chemikalie Nutriox in den Kanal leitet, um so Gerüche und Fäulnis im Abwassersystem zu bekämpfen. Doch aufgrund des wenigen Wassers würde diese Maßnahme derzeit nicht greifen. Warum es insbesondere abends und nachts stinkt, sei bisher unklar.

„Wir nehmen die Beschwerden sehr ernst“, sagte Natz gegenüber unserer Zeitung. Am Freitag soll ein Spülwagen eingesetzt werden, der das Problem lösen soll. „Da bin ich mal gespannt“, sagte Anwohnerin Susanne Schneider.

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