Neues VBB-Ticket

Bald wird nach Kilometern abgerechnet

Lange Touren werden höchstwahrscheinlich teurer.

Peter Neumann
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(Symbolfoto)

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„Sicher wird es auch hier einen Test geben, aber nicht kurzfristig. Wir sind nicht die ersten, wir werden aber auch nicht die letzten sein“, erklärte Henckel. „Wir müssen sehen, ob ein solches Tarifmodell auch für Berlin und Brandenburg sinnvoll wäre – zusätzlich zu unserem jetzigen Tarifsystem, das weiter bestehen würde.“

RMV Smart heißt der elektronische Tarif, den der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) in Frankfurt am Main und anderen Gebieten von Hessen erprobt. „Für die Testteilnehmer gibt es keine Tarifbereiche mit festen Grenzen mehr, für sie werden die Fahrpreise elektronisch kilometergenau berechnet“, erklärte Henckel.

Dies gilt für alle Fahrten mit Regional-, S- und U-Bahnen – auch innerhalb von Städten. Das Prinzip lautet: zahlen, was man fährt. Wie man es vom Taxi kennt.

Wer in verkehrsschwachen Zeiten fährt, bekommt ein Tarifbonbon: 25 Prozent Rabatt. Die „Sparstunden“ gelten vormittags von 10 bis 14 Uhr sowie abends und nachts von 19 bis 5 Uhr. Anfangs gab es Kritik, doch inzwischen steigt die Zahl der Testfahrer, die ein Smartphone haben müssen. 20.000 sollen es werden.

Das gewohnte bisherige Tarifsystem bleibt – zunächst. Denn hinter den Kulissen ist in Frankfurt davon die Rede, den elektronischen Tarif in wenigen Jahren als einziges System anzubieten. In Berlin ist man skeptisch: Hier gilt seit langem ein Einheitstarif, der einfach, leicht verständlich und transparent ist. Hier bekommen die Fahrgäste eine Flatrate, die den Fahrgästen ganz Berlin zu Füßen legt. 

Als die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) 2003 über Kilometertarife nachdachten, gab es Proteste. Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB bekräftigt: „Wir brauchen eine Tarif-Grundstruktur, die der ganzen Stadt nützt – auch den Pendlern, die weite Wege zur Arbeit fahren müssen.“

Zwar könne es sein, dass „manche kurze Fahrt mit einem elektronischen Tarif günstiger wäre“, sagt Susanne Henckel. Doch lange Touren würden höchstwahrscheinlich teurer. Ihre persönliche Meinung ist: Die Flatrates sollten bleiben. Einen Test des neuen Systems sollte es aber trotzdem geben.  

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