Wenn es nach der Chefin geht, soll mit der Rotation verhindert werden, dass rechte Motivation aufkommt. Es gebe zwar keine Veranlassung von rechten Strukturen auszugehen. Aber die Belastung mancher Polizisten in schwierigen Kiezen Berlins könne zu problematischen politischen Meinungen führen, sagte Slowik der dpa.
Polizeipräsidentin Barbara Slowik
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Rotation ist bei der Berliner Polizei nichts neues. Bereits vor Jahren war dieses Prinzip unter den Leitern innerhalb der Kriminalpolizei eingeführt worden. Damit sollte Korruption und Vetternwirtschaft verhindert werden. Nun wird es auf die unteren Dienstgrade übertragen, um rechte Motivation im Dienst nicht aufkommen zu lassen.
Es präge, wenn man über Jahre in problematischen Kiezen unterwegs ist und dort mit Respektlosigkeit und Widerstand konfrontiert wird, heißt es in der Behörde. Daraus könne sich eine bestimmte Einstellung entwickeln. Die Rotation zwischen den Wachen soll dabei helfen, das zu verhindern.
Polizisten denken im Dienst nicht unbedingt an die Vorteile von Multikulti
Als ein Beispiel nannte die Polizeipräsidentin Kollegen, die täglich mit Gewalt in Familien zu tun haben. Die immer wieder die gleichen Kinder aus den gleichen Familien rausholen und nach drei Tagen und fünf Tagen wieder vorfahren. Das nervt die betroffenen Beamten und es belastet sie. Auch Polizisten, die ständig mit Clans oder kriminellen Jugendlichen zu tun haben, denken im Dienst nicht unbedingt an die Vorteile von Multikulti, sagte ein Polizeimeister aus Neukölln.
Polizeipräsidentin Slowik will Beamte von Abschnitten wie in der Sonnenallee rotieren lassen.
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Nach Slowiks Worten gibt es Einzelfälle von Polizisten, die für Straftaten mit einer rechten Motivation verantwortlich sind. Dagegen will sie deutlich vorgehen. Deshalb soll neben der Rotation auch eine Datenbank aufgebaut werden, um einen besseren Überblick über rechtsmotivierte Verstöße und Straftaten von Polizisten zu bekommen. Mit der statistischen Erfassung wolle die Polizei mehr Transparenz . Bisher gebe es dazu keine Daten, sagte Barbara Slowik der dpa.
Zum neuen Plan der Polizeiführung gehört auch die Fortbildung, um die kulturelle Kompetenz der Mitarbeiter zu erhöhen sowie ein Pilotprojekt mit sogenannten Supervisionen. Das könnten Gespräche mit externen Psychologen sein, so die Präsidentin. Manchmal sei ein Ventil nötig.
Schutzleute aus Zehlendorf oder Köpenick halten nur wenig von der Rotation. Es sei schon ein ruhigeres Leben als in Wedding, sagen sie und möchten das nicht missen. Kollegen aus Reinickendorf wollen, das alles so bleibt, wie es ist. „Ich kenne den Kiez und bin bei den Leuten bekannt. Das erleichtert die Arbeit“, sagt ein Polizeiobermeister. Andere Kollegen sind wiederum für den Arbeitsplatzwechsel. Zu lange an einem Ort lähme, so ein Kommissar.
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