Monti (41), einer der Unterstützer vom Franz-Neumann-Platz, hält das Kind eines Bedürftigen auf dem Arm, das sich über ein Buttercroissant freut.
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Norbert Raeder hilft gern und viel und hat in der Stadt schon einiges bewegt. Sein neuestes Projekt „Essen sammeln und auf dem Franz-Neumann-Platz verteilen“ entstand gemeinsam mit dem Inhaber der Bäckerei Kamps an der Friedrichstraße. „Ich habe schon länger nach einer Gelegenheit gesucht, meine Backwaren vor dem Müll zu retten“, sagt Thomas Schulz. Bis zu 200 Euro landeten sonst jeden Abend in der Tonne. Seit kurzem verteilt er seine Erdbeer-Plunderstückchen, Croissants, Brote und Brötchen nach Feierabend an Menschen, die sich seine Backwaren sonst nicht leisten könnten.
Bis zu 15 Kisten frische Backwaren am Franz-Neumann-Platz
„Der Erdbeerkuchen schmeckt fantastisch. Es ist sehr selten, dass ich mir selbst so etwas gönnen kann“, sagt Thomas B. (48). Er ist auf staatliche Grundsicherung angewiesen, weil seine Erwerbsunfähigkeitsrente nicht reicht. „Ich bekomme im Monat 800 Euro und muss davon Miete, Strom und Krankenversicherung bezahlen. Da bleibt nicht viel übrig, erklärt der Rentner. Im Durchschnitt habe er für sich nur sechs bis sieben Euro pro Tag zur Verfügung, den Rest müsse er zurücklegen.
Petra (60) hilft ehrenamtlich beim Verteilen der Backwaren. Sie sagt: „Das ist eine gute Sache. Wir schmeißen sonst viel zu viele Lebensmittel weg.“
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Genau für Menschen wie Thomas B. ist das Projekt gedacht, sagt Thomas Schulz. Bis zu 15 Kisten bringen er und eine Mitarbeiterin nach der Arbeit zum Franz-Neumann-Platz. Martin Porschmann, Leiter der Christlichen Sucht- und Lebenshilfe Berliner Help-Stiftung, hilft mit seinem Team bei der Verteilung.
Thomas Schulz sieht Potenzial, das Angebot zu erweitern
„Unser Projekt ist speziell für von Altersarmut betroffene Menschen und Obdachlose gedacht“, so Raeder. Nach einer Studie des Statistischen Bundesamtes sind rund 560.000 Menschen jenseits der 65 existenziell von der Grundsicherung abhängig, 150.000 mehr als vor zehn Jahren. In der Hauptstadt sind das knapp 440.00 Bürger. Thomas B. etwa ist wegen einer Nervenerkrankung Polyneuropathie in eine finanzielle Notlage geraten. Wegen längerer Fehlzeiten verlor er seinen Job als Diplom-Ingenieur und wurde erwerbsunfähig.
Rentner Thomas B. mit einer Tüte frischer Backwaren von Kamps, die seit kurzem nach Feierabend auf dem Franz-Neumann-Platz verteilt werden.
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Thomas Schulz sieht Potenzial, das Angebot zu erweitern und noch andere Backstuben ins Boot zu holen. Allerdings hapert es noch an der Logistik. „Wir suchen dringend Unterstützung bei Abholung und Verteilung“, so Schulz. Er sagt: „Helfen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Es wird sonst viel zu viel weggeworfen.“
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