Neue Wunderwaffe "LuCID"

Der Krebs-Test zum Pusten

Atemluft zeigt schon vor den ersten Symptomen, ob der Patient krank ist

Jürgen Kowallik
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Krebszellen setzen im Körper ganz bestimmte Moleküle frei, die in den Blutkreislauf gehen und schließlich ausgeatmet werden. Das nutzte „Owlstone Nanotech“, eine Ableger-Firma der Cambridge Universität, um ein Gerät, das ursprünglich für Sprengstoff-Kontrollen an Flughäfen entwickelt wurde, zu modifizieren. In ihm steckt nun ein hochsensibler Computer-Chip von der Größe einer kleinen Münze, der den Atem auf Lungen- und Darmkrebs analysiert.

„Wir können nun Menschen ohne Symptome testen. Sie husten nicht, sie verlieren kein Blut. Die Krankheit in diesem Stadium zu erkennen, macht einen Riesen-Unterschied“, sagt der Wissenschaftler Billy Boyle von „Owlstone“. „Wenn wir mit dem Gerät die Früherkennungsrate von 15 auf 25 Prozent verbessern, würden wir in drei Jahren 10.000 Leben retten und dem Gesundheitssystem rund 300 Millionen Euro ersparen.“

Boyle hatte eine besondere Antriebsfeder, dieses Gerät zu entwickeln. Seine Frau Kate Gross starb vergangenes Weihnachten nach einem zweijährigen Kampf gegen Darmkrebs. Er war zu spät erkannt worden.

Das Gerät, „LuCID“ genannt, wird jetzt an zwei britischen Kliniken getestet. „Ist der Versuch erfolgreich, könnte es auch bei Hausärzten oder in Apotheken eingesetzt werden“, sagt Dr. Jonathan Bennet vom beteiligten Glenfield Hospital in Leicester. Risiko-Patienten, wie Raucher über 50, könnten dann routinemäßig untersucht werden. JK

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