Neue Vorwürfe gegen Polizei und Sicherheits-Personal

Hilfe kam zu spät, weil Funkgerät fehlte

BK
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Duisburg - Deutschland weint um die Toten der Loveparade. Duisburgs Ober-Bürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und Veranstalter Rainer Schaller hielten sich fern vom öffentlichen Gedenken. Sie wissen: In die Trauer mischt sich Wut. Wut darüber, dass sich Stadt, Polizei und Veranstalter gegenseitig die Schuld an der Tragödie zuschieben. Und sich keiner verantwortlich fühlt für den Tod von 21 Menschen.Morddrohungen, Proteste - für viele ist Adolf Sauerland (CDU) der Schuldige am qualvollen Erstickungstod von 21 Menschen. Rücktrittsforderungen prallen seit Tagen am CDU-Mann ab. Er sei "sicher, dass Fehler gemacht wurden", windet sich Sauerland, der unbeirrt das Sicherheitskonzept der Techno-Parade verteidigt. Aber er könne die Geschehnisse nur aufklären, wenn er im Amt bleibe. "Ich will Antworten, und werde dann auch Konsequenzen für mich und mein Handeln ziehen."Dazu scheint ein schneller Abgang jedoch nicht zu gehören. Laut "Süddeutsche Zeitung" hofft Sauerland auf ein geordnetes Abwahlverfahren, das die Linke zum 4. Oktober beantragt hat. Dann bekäme Sauerland bis Ende seiner regulären Amtszeit 2014 einen Teil seiner heutigen Bezüge. Später hätte er Anspruch auf eine Pension - nicht so bei einem Rücktritt.Die verhängnisvollen Fehler von Polizei, Stadt und Veranstalter kommen bei den Ermittlungen zur Massenpanik nur Stück für Stück ans Licht. So habe der vom Veranstalter Rainer Schaller eingesetzte Verantwortliche bereits vor 15 Uhr Hilfe bei der Polizei angefordert, berichtet "Spiegel". Doch der Verbindungsbeamte habe kein Funkgerät gehabt. Deshalb sei erst nach 30 Minuten ein leitender Beamter eingetroffen. Und selbst eine Woche nach der Katastrophe ist die Teilnehmerzahl nicht eindeutig geklärt. Inzwischen schätzt die Polizei, dass statt 1,4 Millionen nur 150 000 Techno-Fans nach Duisburg kamen. Und ein Firmenpapier enthüllt, dass der Veranstalter schon für den Nachmittag mit Zehntausenden vom Festgelände abströmenden Besuchern gerechnet habe. Auf getrennte Zu- und Abwege hätten Stadt und Veranstalter jedoch verzichtet, sodass sich beide Ströme blockierten.Lesen Sie dazu S. 16-17------------------------------BU: OB Sauerland will sich offenbar abwählen lassen.

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