Neue Unfallbilanz der Polizei

Auf Berlins Straßen kracht es immer öfter

Senat will mit mehr Blitzersäulen und höheren Bußgeldern für Disziplin sorgen

Peter Neumann
Lesezeit 2 Min
Auch von diesen Superblitzern könnte es bald mehr geben.

Auch von diesen Superblitzern könnte es bald mehr geben.

© dpa

Sicher, früher war es dramatischer. 1953 starben allein im Westen Berlins 274 Menschen bei Unfällen. Damals durfte jeder auch in Städten so schnell fahren, wie er konnte. 1971, vor Einführung der Gurtpflicht, starben sogar 532 Menschen im Berliner Verkehr, davon 119 in den Ostbezirken. Dagegen war die Zahl der Toten 2016 niedriger: 56. Doch es sind acht Tote mehr als im Jahr davor – so hoch war sie seit 2007 nicht.

© Grafik/Galanty; Quelle: Kriminalstatistik

„Hinter jeder Zahl stehen Schicksale von Menschen“, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt. Von Menschen, die getötet werden, bleibende Schäden erleiden oder Angehörige verlieren. Die aktuelle Bilanz zeige, dass die Lage unverändert ernst sei. So stieg die Zahl der Unfälle um 2,5 Prozent: Es krachte 144 155 Mal. Die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 2086 fast gleich, die der Leichtverletzten sank leicht auf 15 262. „Vielen fehlt es an der nötigen Konzentration“, so der Polizeichef. Es werde zu wenig Rücksicht genommen. Und es gebe immer mehr Leute, die nachhaltig Regeln missachten.

Ein Polizist verteilt in Strafzettel (Archivbild).

Ein Polizist verteilt in Strafzettel (Archivbild).

© Roland Holschneider/dpa

Die Zahl der Raser-Unfälle stieg 2016 um elf Prozent. Den Raser-Rekord erzielte ein Autofahrer, der auf der A100 mit Tempo 187 geblitzt wurde – erlaubt war 80. Gegen illegale Rennen gab es 612 Einsätze.

Derzeit stehen 20 stationäre Blitzgeräte an Berlins Straßen. Staatssekretär Gaebler will sich dafür einsetzen, dass zügig weitere Blitzersäulen installiert werden  – drei bis sechs pro Jahr. Mit den anderen Stadtstaaten will Berlin erreichen, dass Verstöße teurer werden. „Heute bewegen sich die Bußgelder oft auf einem lächerlichen Niveau“, sagte Gaebler.

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