Neue Tempo-30-Zonen

Macht der Senat auch die BVG zur Schnecke?

Experten fordern längere Busspuren und mehr Kontrollen

Peter Neumann
Lesezeit 2 Min
BVG-Bus unterwegs: Der Verkehr ist langsamer geworden. 

BVG-Bus unterwegs: Der Verkehr ist langsamer geworden. 

© imago/Stefan Zeitz

Diese Gefahr sieht man in der Arbeitsgruppe des Senats, die Berlins Nahverkehr beschleunigen will. Deshalb hat sie ihr Arbeitsprogramm um die künftigen Tempo-30-Abschnitte erweitert, teilte die BVG-Sprecherin Petra Reetz mit. „Ziel ist es, dass die Verlangsamung möglichst gering für unsere Omnibusse ausfallen wird.“

Die Experten machen sich nun Gedanken darüber, mit welchen Maßnahmen die Temporeduzierung in Grenzen gehalten werden könnte. Vielleicht könnten die Zeiten, in denen Busspuren für andere Fahrzeuge als Busse freigegeben werden, verkürzt werden, sagte Reetz. Denkbar wäre es auch, Busspuren auf kurzen Abschnitten zu verlängern. Polizeikontrollen sind ein weiteres Thema. Busspuren und Haltestellen müssten konsequenter von unbefugten Fahrzeugen freigehalten werden, hieß es. 

Eine bessere Überwachung fordert auch der Fahrgastverband Igeb. „Tempo-30- und Busspurenregelungen bringen nichts, wenn ihre Einhaltung nicht kontrolliert wird“, sagte Christfried Tschepe, der Vorsitzende. Sonst droht dem Nahverkehr ein Nachteil im Wettbewerb mit anderen Verkehrsarten. Busfahrer hielten sich meist an Verkehrsregelungen, Autofahrer nicht immer.

Bei den Tests, die der Senat plant, müsse auch untersucht werden, wie sich Tempo 30 auf den Busverkehr auswirkt. „Das kann je nach Straße unterschiedlich sein“, sagte Tschepe. Er sieht aber auch für Autofahrer keinen Grund zur Hysterie. „Die Auswirkungen von Tempolimits werden meist total überbewertet. In den meisten Fällen verlängert sich die Fahrzeit nur um Sekunden.“

Der Senat will mit mehr Tempo 30 die Belastung der Luft mit Stickoxiden verringern. Doch das stieß am Dienstag auf Kritik. Die CDU und die FDP lehnen den Senatsplan ab.

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