Tips-Diskussion in Berlin

Nerviger Trinkgeld-Trick: DAS steckt dahinter!

Viele Läden in Berlin fordern ihre Kunden am Kartenterminal auf, Trinkgeld zu geben. Warum? Der KURIER fragt bei einem Berliner Anbieter der Terminals nach.

Helge Denker
Lesezeit 3 Min
Trinkgeld auf Teller - das war einmal. Heute wird Trinkgeld oft bargeldlos gegeben - oder verlangt.

Trinkgeld auf Teller - das war einmal. Heute wird Trinkgeld oft bargeldlos gegeben - oder verlangt.

© imago stock&people

Auch in Berlin bieten immer mehr Läden bargeldloses Bezahlen an, neben Restaurants und Cafés auch Bäckereien. Dabei nervt viele Kunden die Aufforderung, ein Trinkgeld zu geben (10, 15 oder 20 Prozent?). Der KURIER fragt bei einem Berliner Hersteller von Kartenterminals nach: Muss das so sein?

SumUp ist ein erfolgreicher, europaweit tätiger Zahlungsdienstleister aus Berlin. Seine weißen Kartenterminals finden sich in vielen kleineren Läden. Aber auch Taxifahrer zücken gern ein Gerät des Anbieters, wenn der Kunde „mit Karte“ zahlen will.

Berliner KURIER: Besitzen die Geräte von SumUp diese Funktion, mit dem der Zahlende Trinkgeld geben kann?

SumUp: SumUp bietet auf seinen mobilen Zahlungsterminals die sogenannte intelligente Trinkgeldfunktion. Damit ist es für die Gäste einfacher, Trinkgeld zu geben. Der gewünschte Prozentbetrag kann einfach und direkt über das Terminal ausgewählt und muss nicht im Kopf geschätzt oder berechnet werden. Zudem müssen die Gäste nicht zusätzlich Bargeld zur Hand haben, um guten Service zu belohnen bzw. ihre Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen.

Wird die Höhe des Trinkgeldes (die Prozentangaben) vom Anbieter oder dem Laden festgelegt?

Die intelligente Trinkgeldfunktion der Kartenterminals bietet standardmäßig die Optionen in Höhe von 10 Prozent, 15  Prozent und 20 Prozent, bei jeder Zahlung ab 10 Euro bzw. 1 Euro, 2 Euro oder 3 Euro für Zahlungen unter 10 Euro.

Kann der Händler diese Einstellungen ändern?

Selbstverständlich sind diese Beträge ganz individuell vom Laden bzw. Händler einstellbar. In der SumUp-App können benutzerdefinierte Trinkgeldsätze ganz einfach innerhalb von Sekunden individuell angepasst werden. Die Funktion kann bei Bedarf natürlich auch ganz ausgestellt werden.

Und wie wird das Trinkgeld, das Kunden über das Kartenterminal geben, versteuert?

Über SumUp erhaltenes Trinkgeld wird als Geschäftsumsatz verarbeitet. Trinkgeld ordnungsgemäß zu versteuern und es unter den Mitarbeitenden zu verteilen, liegt in der Verantwortung des Händlers. Erhält ein Mitarbeitender Trinkgeld, ist dieses nicht steuerpflichtig, bekommt der Geschäftsinhaber es, ist es steuerpflichtig.

Halten wir fest: Es ist die Entscheidung des Händlers, welchen Prozentsatz das Gerät dem Kunden vorschlägt! Und ob Trinkgeld überhaupt vorgeschlagen wird. Dazu muss der Händler allerdings die Einstellmöglichkeiten des Terminals kennen.

Allgemein kann es bei Kartenzahlungen Probleme mit dem Trinkgeld-Geben geben. Denn das Kassensystem muss den Rechnungsbetrag und das Trinkgeld getrennt erfassen und verbuchen können. Denn hier gelten verschiedene Steuersätze. Der Teufel, er steckt, wie so oft, im Detail.■

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