Helsinki - Weil "Jackie" die Pfote hob, bebte das ganze Dritte Reich. Bis in die Schaltzentrale der Nazis in Berlin drangen 1941 Gerüchte über den finnischen Dalmatiner-Mischling, der auf Befehl den Hitlergruß imitierte. Die Faschisten waren so sauer, dass sein Herrchen wegen Verspottung des "Führers" fast im Knast gelandet wäre.Neue Dokumente aus dem Auswärtigen Amt enthüllen, wie sehr das Nazi-Regime 1940/41 auf den Hund gekommen war. Ein "anonymer Zeuge" hatte Jackies Besitzer Tor Borg aus Tampere bei der deutschen Botschaft verpfiffen. "Er nennt seinen Hund Hitler, lässt ihn die Pfote zum Hitlergruß heben", petzte der Informant.Ein Vierbeiner, der den "Führer" verunglimpft? Das ging den Nazis zu weit. Der deutsche Vizekonsul in Helsinki meldete Berlin den tierischen Imitator. Und prompt kam die Order, mit voller Härte durchzugreifen: Tor Borg wurde Anfang '41 einbestellt. Der Unternehmer bestritt die Vorwürfe. Seine deutsche Frau Josefine nenne den Hund ganz selten mal Hitler, weil "sein Bellen an den Reichskanzler erinnere". Aber nie habe er Jackie zum Hitlergruß abgerichtet, beschwor Borg damals.Die Nazis glaubten ihm nicht - und setzten alle Hebel in Gang: Das Außenministerium suchte verzweifelt nach Zeugen des Pfoten-Skandals, um Borg vor Gericht zu zerren. Nur bestätigen wollte Jackies Hitlergruß keiner. Daraufhin wies das Wirtschaftsministerium Unternehmen an, Borgs Chemie-Firma nicht mehr zu beliefern, um ihn zu ruinieren. "Selbst wenige Monate vor Hitlers Angriff auf die Sowjetunion hatten sie offenbar nichts Wichtigeres zu tun, als sich mit diesem Hund zu beschäftigen", staunt Historiker Klaus Hillenbrand.Erst auf höchste Entscheidung der ebenfalls eingeschalteten Präsidialkanzlei Hitlers vom 26. März 1941 ließ man die bizarre Hunde-Affäre mangels Beweisen auf sich beruhen. Borg blieb der Volksgerichtshof erspart. Er und Jackie überstanden den Krieg unbeschadet. Borg starb 1959 mit 60 Jahren. DÖ------------------------------BU: Selbst als Hundefreund wollte Adolf Hitler "Jackies" Pfoten-Hitlergruß nicht dulden.
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