Es ist die provokanteste Kunstaktion des Jahres. Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) hatte am Montag auf seiner Internetseite soko-chemnitz.de Fotos von Demonstranten der rechten Aufmärsche in Chemnitz hochgeladen.
Umstrittene Aktion
Nach eigenen Angaben werteten sie dafür rund drei Millionen Bilder von 7000 „Verdächtigen“ aus. Sie wollen damit „den Rechtsextremismus 2018 systematisch erfassen, identifizieren und unschädlich machen“.
Durch die umstrittene Aktion wurden bereits mehrere mutmaßliche Rechte erkannt. Unklar ist bisher, ob diese Personen auch wirklich dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind.
Ein Berliner Unternehmen hat am Dienstag in einem offenen Brief an das ZPS das Vorgehen der Politaktivisten scharf kritisiert. Die Cabka Group GmbH mit Sitz in Berlin stellte sich schützend vor ihren betroffenen Mitarbeiter. Niemand dürfe vorverurteilt werden, heißt es in dem Schreiben, das dem Berliner KURIER vorliegt.
Die Grenzen des Erträglichen
„Wenn sich bewahrheiten sollte, dass auch ein Cabka-Mitarbeiter an den fremdenfeindlichen Aufmärschen in Chemnitz beteiligt war, wären wir darüber schockiert und bestürzt“, erklärt Cabka-Geschäftsführer Gat Ramon.
Man wolle nun das Gespräch mit dem beschuldigten Angestellten suchen.
Ramon: „Sollte sich dabei aber herausstellen, dass der Mitarbeiter entgegen unserer Werte und vielleicht sogar strafbar gehandelt hat, stoßen wir zwangsläufig sofort an die Grenzen des Erträglichen.“
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com