Nackt-Maler

Oh nein, der Pfuicasso malt wieder!

Ab Montag stellt er aus, Charlottenburg zittert schon.

Christian Gehrke
Lesezeit 2 Min
Das ist das neueste Werk des Künstlers zur Berlinale.

Das ist das neueste Werk des Künstlers zur Berlinale.

© Wilhelm Peters

Die beiden Nackt-Malereien im Schaufenster seines Atelier in der Bleibtreustraße am Savignyplatz kommen Montag weg. Sie zeigen sexuelle Handlungen und Geschlechtsteile. Dem Ordnungsamt waren sie zu anstößig, der Künstler musste sie zum Teil mit Tuch überdecken.

Ab Montag hängt Wilhelm Peters dafür ein Bild, das eine Frau zeigt, in sein Schaufenster. Sie hat geschlossene Augen, trägt einen schwarzen Umhang. Was sie vor oder im Mund hat, ist nicht ganz klar. Peters hat den Mund mit einem Tuch überklebt, um, wie er sagt, auf die Zensur hinzuweisen, die ihn in „ehrverletzender Weise“ getroffen habe. Titel: „Unschuldige Schauspielerin Holy Wood in schwarzem Habit.“

Holy Wood ist bewusst mit einem „l“ geschrieben. Holy heißt auf Englisch heilig. Peters spielt auf die Berlinale und die aktuelle Me-too-Debatte an. Etliche Frauen beklagen seit Monaten sexuelle Übergriffe in der Filmbranche. In Amerika, aber auch in Deutschland .

„Diese Me-too-Debatte ist aufgesetzt und vorgepuscht“, behauptet Maler Peters. „Der Film beinhaltet doch die Liebe zur Frau. Wo bleibt da die Liberalität?“ Er finde die Diskussion eben scheinheilig.

Der 61-jährige Maler hat sich nach dem ganzen Medienrummel, den er vor gut einer Woche ausgelöst hat, erstmal selbst einen neuen Namen verpasst. Er nennt sich jetzt „Künstler-Pfui“. Der KURIER hatte als erstes über ihn berichtet und ihn als „Pfuicasso von Berlin“ getauft. Sein neuer Name ist daran angelehnt. „Ich will so auch meine Familie vor Anfeindungen schützen“, sagt er. Neben Lob bekommt er eben auch Kritik. Unbekannte hatten sein Atelier mit Joghurt beschmiert. „Ich will nicht provozieren, sondern mich in die Debatte einschalten.

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