Aus Berlin für Berlin! Herthas altes Marketing-Motto ist aktueller denn je: Gleich zwölf (!) blau-weiße Profis kommen aus der eigenen Talente-Schmiede. Die Nachwuchsarbeit trägt nicht nur sportlich Früchte. Das Dutzend aus der Akademie kann auch Millionen in die Kasse von Herthas Finanz-Boss Ingo Schiller spülen.
Jordan Torunarigha (21) kam 2006 aus Chemnitz, durchlief alle Altersklassen und gehört fest zum Profiteam sowie der U21-Nationalmannschaft.
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Der Grund: Seit vergangener Saison honoriert die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Nachwuchsarbeit der 36 Klubs aus dem Ober- und Unterhaus. 20 Millionen Euro fließen für den Einsatz der sogenannten „Local Player“ aus den nationalen Vermarktungserlösen der Liga auf die Konten der Klubs.
Maximilian Mittelstädt (21) schaffte bereits vergangene Saison den Durchbruch.
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Mehr Local Player geht nicht
Wer ein Local Player ist, bestimmt die Uefa und erklärt der KURIER: Als Local Player gilt jeder Spieler, der – unabhängig von Staatsangehörigkeit und Alter – zwischen seinem 15. und seinem 21. Lebensjahr für drei vollständige Spielzeiten bei seinem aktuellen Verein ausgebildet wurde. Und: In die Wertung fallen nur Spieler, die nicht älter als 23 sind.
Flügelflitzer Dennis Jastrzembski (18) begeistert mit seinem Tempo.
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Die DFL schreibt vor, dass jeder Bundesligist mindestens vier dieser Local Player meldet. Während andere Klubs hier mit Jugendspielern tricksen, die noch meilenweit von der Bundesliga entfernt sind, erfüllen die Blau-Weißen die Vorgabe seit Jahren mit links.
Trainersohn Palko Dardai (19) steht bereits regelmäßig im Profi-Kader.
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Aufgleich zwölf Herthaner trifft das diese Saison zu – Liga-Bestwert! Und: Bis auf Dennis Jastrzembski (erst seit 2015 Herthaner) sind alle anderen schon ganz lange Berliner – mehr Local Player geht nicht!
Seit 2007 bei Hertha, seit 2017 Profi: Mittelfeldmann Julius Kade (19).
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Einsatzminuten entscheidend
Entscheidend für ein besonders fettes Stück vom neuen 20-Mio.-Kuchen ist, wie viele Minuten die Nachwuchsspieler zum Einsatz kommen. Auch hier hat Hertha gute Karten: Arne Maier (19) und Jordan Torunarigha (21) spielten bisher jedes Pflichtspiel über die volle Distanz. Maxi Mittelstädt (21) fast.
Torjäger Muhammed Kiprit (19) stürmt seit 2014 für Hertha.
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Manager Michael Preetz formulierte vor der Saison die Überschrift der diesjährigen blau-weißen Saison: „Wir wollen junge Spieler fördern, Stammspieler fordern.“
Torwart Marius Gersbeck (23) trägt die Fahne seit 2011 auf der Brust.
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Und Hertha hält Wort: Neben dem erwähnten Trio sammelten mit Dennis Jastrzembski (18) und Trainersohn Palko Dardai (19) noch zwei weitere aus der Hertha-Akademie an den ersten beiden Spieltagen bereits Liga-Minuten.
Offensiv-Talent Maurice Covic (20) spielt schon sein ganzes Leben in Blau-Weiß.
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Größter Marketing-Effekt
„Wir freuen uns sehr, dass wir so viele Eigengewächse, die jahrelang in der eigenen Akademie ausgebildet wurden, in der Mannschaft und auf dem Platz haben“, sagt Preetz zufrieden.
Mittelfeld-Spieler Sidney Friede (20) kam 2012 zu Hertha.
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Doch nicht nur der Manager jubelt. Nichts elektrisiert Herthas Fans mehr, als die Identifikation mit den Spielern, die aus der Stadt oder dem Umland kommen, die wie Maier selbst jahrelang die Profi-Mannschaft lautstark aus der Ostkurve anfeuerten und glaubhaft versichern, alles für den Klub geben zu wollen.
Seit 2005 verteidigt Florian Baak (19) für die Blau-Weißen.
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Bei der fortschreitenden Entfremdung zwischen dem Fußball-Geschäft und der Basis sorgen die Eigengewächse vielleicht für den größten Marketing-Effekt – ganz ohne Motto.
Torhüter Dennis Smarsch (19) streckt sich seit 2010 für Hertha.
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