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Nachtarbeit:Mitarbeiter Patrick Hörig (27) räumt die Regale ein.
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Axel (54) arbeitet für die Firma Focus Security in der Kaiser’s-Filiale.
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Bier, Bier, Bier, Bier, Kakao, Schokolade, Kaugummi ...
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... „Wir treffen uns noch mit Freunden, gucken Fußball, entspannen ein bisschen“, sagen Merlin (24) und Lukas (26). Das Bier soll helfen – Schokolade und Kakao dienen der Vorsorge, falls die Nacht doch noch etwas länger wird. „Der Einkauf ist aber total langweilig. Sonst kaufen wir eigentlich viel mehr Süßigkeiten!“
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Der Mann kümmert sich um das Baby – da zog es Agata (30) in den Supermarkt. „Ich beginne morgen ein Ernährungs- Programm, dafür ist das Gemüse“, verrät sie ...
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... „Daraus koche ich auf jeden Fall eine Suppe. Wir ernähren uns allgemein sehr gesund.“ Warum zu so später Stunde? „Ich habe es wegen der Arbeit nicht früher geschafft.“
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„Wir sind zu einem Geburtstag eingeladen“, sagen Lya (22) und Theresia (21). „Das, was wir schenken wollten, haben wir nicht bekommen. Deshalb haben wir noch einen Apfel und ein Ei gekauft.“ ...
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... Ob sich der Beschenkte freut? P.S.: Das Bier ist für den Eigenbedarf.
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Affe, Tiger und Zebra heißen Lauren (23), Ronan (24) und Ines (23). „Eigentlich wollten wir Pommes, haben uns aber für etwas Gesünderes entschieden.“ ...
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... Die drei überkam spontan der Hunger. „Es reicht nicht für die ganze Nacht, aber für die nächste Stunde.“ Und jetzt? Auf zum Feiern in den Görlitzer Park!
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„Unser Einkauf war spontan“, sagen Katharina (28) und Johannes (30). „Wir hätten auch bisher keine Zeit gehabt.“ Und wofür das Körbchen? ...
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... „Die Säfte sind für’s Frühstück, die Brötchen auch, das Eis für die Eltern“, sagt Johannes. Aber: Nur ein Bier für zwei? „Eins ist noch zu Hause!“
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Dunkel da draußen, sagt die Fensterfront. Ja, und spät, sagt die Armbanduhr. Scheiß doch drauf, sagt das Diskolicht. Es dreht sich. Kleine Scheinwerfer, irgendwie niedlich, weil kugelrund. An den Decken. Rot, grün, blau, gelb, und von vorn.
Passt irgendwie nicht in einen Supermarkt. Halt! Würde nicht passen in einen normalen Supermarkt. Passt aber in einen Party-Supermarkt. Gut, das soll er sicher nicht sein, der Markt in der Revaler Straße, Nummer 2. Aber dieser Standort, diese Öffnungszeiten, dieses Publikum.
Kaiser’s – steht in großen, roten Lettern über dem Eingang. So steht es auch über 150 anderen Märkten in Berlin. Aber: Nur wenige davon sind auch geöffnet, wenn das Party-Publikum nach Bulettchen schreit.
Die Filiale ist einer von wenigen 24-Stunden-Supermärkten in Berlin. Heißt: Geöffnet von Montag 7 Uhr bis Sonnabend 23.30 Uhr, rund um die Uhr. Und: gut besucht. Wer nicht aus dem Fenster auf die belebte Straße schaut und sieht, wie die Dunkelheit das Feier-Volk schluckt, weiß nicht, dass Nacht ist.
Es ist aber Nacht – und das merkt man, auch am Publikum. „Manche sind freundlich, manche sind aber auch schon etwas betrunken“, sagt Axel. „Die muss man in die Schranken weisen.“
Axel ist 54, ein kräftiger Mann, pechschwarze Jacke, kurze Haare, strenger Blick. Einer der Kerle, die in den Eingängen von Supermärkten stehen – und wer nichts kauft und den Laden verlässt, denkt automatisch: „Jetzt bloß nicht kriminell aussehen!“
Er arbeitet seit anderthalb Jahren hier, vorher in anderen Filialen. Und hat reichlich erlebt in der späten Schicht. „Manchmal kommt es hier vor, dass sich Leute ausziehen und nackt durch die Filiale rennen“, sagt er. Einer hält die Klamotten, der gibt zwischen Obst, Brot und Ringsalami den Nackedei-Flitzer.
Witzig ist es aber nicht immer. Zwei Ereignisse pro Nacht sind mit Ärger verbunden. Weil Leute klauen, zum Beispiel. „Alkohol am meisten“, sagt Axel. Wodka, die besseren Marken. Und: Beleidigungen. Da gibt es Leute, die kaufen ein und verabschieden sich von Axel und seinen Kollegen mit „Ihr habt ja ’nen Scheiß-Job! Habt ihr nischt anderet zu tun?“ Muss man sich mal vorstellen! Am Anfang nahm er das noch sehr persönlich, aber man stumpft ab, sagt Axel. „Manchmal könnte man zwar denken, wir sind die Prügelknaben der Nation. Aber wenn mir die Arbeit keinen Spaß machen würde, wäre ich nicht hier!“ Auch Patrick Hörig (27) ist seit anderthalb Jahren hier. Auch er hat Spaß – verrät sein freundliches Gesicht. Es gab mal, sagt er, einen netten Junggesellenabschied. „Einer war als Hase verkleidet, der musste eine einzelne Möhre kaufen“, sagt er. Er war nicht glücklich damit, aber er musste ... Netter Zwischenfall.
Sonst gleicht sich hier vieles. Acht Leute arbeiten jeden Abend hier. Kasse, einräumen, ausräumen. Bis 19 Uhr kommt normale Kundschaft. Dann: wildes Partyvolk. Chips, Zigaretten, Alkohol. Sekt, Wein. Im Sommer besonders Bier. Die Leute setzen sich an die Spree und trinken.
Ab drei Uhr: Die Hungerleute. Wollen Bulettchen, Würstchen, Brötchen. Es sind die, deren Magen nach dem Bier schon knurrt. Und manchmal, sagt er, kommen die Ruhigen. Rentner, die ihren Wocheneinkauf machen. Omi und Opi mit Einkaufswagen. Nachts um drei. Im Diskolicht.
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