Wenn Jogi Löw seine Kader für Länderspiele nominiert, kriegt er selten von allen Seiten Applaus. Immer sind da auch die Nörgler: Was will er denn mit dem? Wieso ist der immer dabei? Der spielt ja nicht mal im Verein, aber für Deutschland reicht’s wohl gerade noch. Bloß gut, dass sich der Bundestrainer um solche Stimmen nicht die Bohne kümmert. Poldi und Schweini waren schon über ihren Zenit hinaus – Löw setzte auf sie und wurde nie enttäuscht. Mario Götze, der hoffentlich bald wieder auf dem Platz steht, ist so ein Fall. Oder eben André Schürrle.
Seit er 2013 zu Chelsea ging, war er umstritten. Löw hielt zu ihm, Schürrle gab die Vorlage zum 1:0 im WM-Finale 2014 in Rio. Die Rückkehr des jetzt 26-Jährigen in die Bundesliga 2015 sollte die nächste Entwicklungsstufe einleiten. Aber sowohl in Wolfsburg als seit 2016 auch in Dortmund ist Schürrle überwiegend in der Jokerrolle.
Jogi lädt den Mann mit dem angeblich modischen, blonden Suppenfänger im Gesicht weiter ein. Mit Freude gar. Und siehe da: Schürrle liefert. Und sagt: „Der Trainer gibt mir sehr viel Vertrauen. Und sagt das auch öffentlich.“ Jogi lächelt zufrieden und antwortet: „Es ist gut, wenn wir einige Spieler wieder aufbauen können.“ Die dann, wenn er sie wirklich braucht, für ihn durchs Feuer gehen.
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