Der Medaillentraum ist geplatzt. Die deutschen Handballer verloren gegen die Söldnertruppe des WM-Gastgebers Katar. Gleich ein Dutzend Stars aus aller Herren Ländern erlag dem Lockruf der Petro-Dollars. Wettbewerbsverzerrung? Nun, der Deutsche Handball-Bund sollte nicht klagen. Das Viertelfinale hätte es nicht gegeben, wenn der Weltverband das DHB-Team nicht durch eine skandalumwitterte Wildcard ins Turnier gehievt hätte.
Vor wenigen Monaten lag der mitgliederstärkste Handball-Verband der Welt noch in Trümmern. EM verpasst. Olympia verpasst. WM – sportlich verpasst. Doch man zog die Reißleine. Und installierte einen Wunderheiler: Bundestrainer Dagur Sigurdsson.
Der Isländer, bis Saisonende in Personalunion noch Coach der Füchse, sorgt für frischen Wind, schickt angeführt von Teenie-Fuchs Paul Drux (19) das mit einem Altersdurchschnitt von rund 26 Jahren jüngste Team Europas auf die Platte, das wieder Spaß macht und in der Wüste ein Märchen aus 1001 Nacht erlebt. Ein Glücksfall. Jetzt geht es in den Platzierungsspielen um die Teilnahme an der Quali für Olympia in Rio 2016. Das ist mehr, als man erwarten durfte. Das Herz des deutschen Handballs schlägt wieder. Dieser Truppe gehört die Zukunft: Hand drauf!
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