Übersprunghandlung nennt man es, wenn der Körper noch Spannung abbaut, während der Geist schon wieder völlig klar ist. Also kratzte die linke Hand von Pal Dardai noch heftig am rechten Ellenbogen des Hertha-Cheftrainers – während sich auf dem Gesicht darüber dieses genial-verschmitzte Freudenlächeln des 39-Jährigen Bahn brach.
Das 2:1 über Stuttgart sei der wichtigste Sieg seiner Amtszeit, verkündete er. Und leistete sich den Fußballlehrer-Luxus, das 0:0 in Halbzeit zwei besser zu bewerten als das 2:1 bis zur Hälfte. Denn: Nach dem 1:0 habe sein Team wie schon im Abstiegskampf der Vorsaison aufgehört, nach vorne zu spielen. Nach dem 2:1 und dank der direkt folgenden Pause brannte aber gar nichts mehr an.
Ein extrem cleveres Lob an die Mannschaft, ein Appell für intelligenten Fußball. Dann schob Pal noch einen herzlichen Dank an Manager Michael Preetz hinterher, lobte den Ibisevic-Transfer. Genau das richtige Spielerprofil, um Hertha mehr Varianten zu erlauben, das blau-weiße Spiel endlich mit Überraschungen würzen zu können. Ein toller Vortrag eines jungen Trainers. Und nur, wenn man die Augen schloss, konnte man sehen, welche Strippen der listige Pal gerade zu ziehen versuchte.
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