Nachschuss

Dank Nele ist Kanada im Bären-Fieber

Es gab einige sportliche Höhepunkte, die ich 2014 als Reporter erleben durfte. Zum Beispiel den Basketball-Wahnsinn, als Alba den amtierenden NBA-Champion San Antonio besiegte. Unvergesslich.

BK
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Es gab einige sportliche Höhepunkte, die ich 2014 als Reporter erleben durfte. Zum Beispiel den Basketball-Wahnsinn, als Alba den amtierenden NBA-Champion San Antonio besiegte. Unvergesslich. Auch als sich Eisbären-Torwart Rob Zepp von seinen Anhängern an den Fanbögen verabschiedete, um seinen Traum von der NHL zu verwirklichen. Gänsehaut.

Den wirklichen Höhepunkt schreibe ich aber als liebender Onkel. Nele, mein Patenkind, weilt als Austauschschülerin in Saint John, New Brunswick. Von klein auf habe ich sie mit dem Bären-Virus infiziert. Jetzt lebt sie in der ältesten Stadt Kanadas. Da, wo man Eishockey lebt, fühlt, atmet. In ihrer Gastfamilie schnüren selbst die Töchter die Schlittschuhe. Große Augen, als sie stolz Bilder von ihren Besuchen bei den Bären zeigte. Eine 17-Jährige aus „Good old Germany“ ein Eishockey-Fan? Das ist selbst für Kanadier ungewöhnlich.

Natürlich gibt es auch in Saint John ein Eishockey-Team, die Sea Dogs aus der Junior Hockey League. Heimspiele im Harbour Station sind ein Festtag. Und Nele immer dabei. Im Oktober musste sie in ihrer High School ein Referat halten. Über den Pinktober. In Nordamerika setzten die Sportteams ein Zeichen gegen den Brustkrebs, treten komplett in Pink an. Vorteil: Nele kannte das aus Berlin. Stefan Ustorf hatte die Aktion 2010 beim EHC initiiert.

Nun setzte Nele in ihrer Schule ein Signal. Staunend erfuhren ihre Mitschüler, wie Klub und Anhänger traditionell Spenden für die Stiftung „Susan G. Komen“ sammeln. Alles im knallig pinken EHC-Trikot von Darin Olver, das der Onkel ihr schickte. Mit allen Unterschriften des Teams. Inzwischen ist auch die Gastfamilie im Bären-Fieber. Nele hat sie am anderen Ende der Welt angesteckt. Für mich ist das genauso viel wert wie Titel und Pokale.

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