Es gibt Orte in England – etwa Norwich, Stoke-on-Trent, Watford, Sunderland oder West Bromwich –, die sind nur unwesentlich größer als der Friedhof in Stahnsdorf. Und nur halb so belebt. Aber dort spielen Fußballvereine, die dank des Mega-Milliarden-Deals der Premiere League mehr TV-Kohle einsacken als der FC Bayern München.
Die Bayern können sich durch andere Einnahmen wehren, aber für Graumaus-Klubs wie zum Beispiel die blau-weiße Hertha ist diese Entwicklung eine Katastrophe. Erst wenn sich alle Klubs vom Kaliber eines AFC Sunderland (in der abgelaufenen Saison 93,8 Millionen Euro TV-Kohle) am Spielermarkt sattgefressen haben, kann sich Hertha-Manager Michael Preetz mit Schäufelchen und Besen (23,1 Mio) daran machen, den Rest für seine Hauptstadt-Mannschaft zusammenzufegen.
Thomas Kraft: Was Sie wissen müssen: Er wurde in Kirchen geboren, nicht in München. Ein weit verbreiteter Irrglaube. Er ist der heimliche Leader, hat riesige Hunde und steht auf Oldtimer.
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Jens Hegeler: Gewinner der Vorbereitung, Verlierer des Pokalspiels und laut Dardai der prophezeite Siegtorschütze. Trotz der Erfahrung von 137 Bundesligaeinsätzen kriegt er Sondertraining für Torschüsse.
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Marvin Plattenhardt: Der Hipster im Team hat jedes Barthaar und die Matte perfekt getrimmt. Aber noch wichtiger ist dem Herren der Standards natürlich, dass seine Flanken sitzen. Logo!
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Sebastian Langkamp: Innere Ruhe und Kraft holt sich der Abwehrchef beim Yoga. Irgendwo zwischen Lotussitz und Sonnengruß stabilisiert er seinen langen Körper. Ein Ausfall wäre auch nicht zu kompensieren.
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Per Skjelbred: Spaßvogel, Antreiber, Dauerläufer, Abräumer und Familienmensch. Schelle ist echt viel, nur nicht wirklich gefährlich nach vorne. Mehr Vorlagen, Pässe, Tore – dann ist er der neue Hertha-Star.
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Peter Pekarik: Für Mister Zuverlässig hat sich, seit Darida im Team ist, viel geändert. Der ruhige Slowake muss auf einmal plaudern, dem Tschechen erklären, was Phase ist. Wir wünschen uns von Peka endlich sein erstes Tor nach 116 Einsätzen.
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Fabian Lustenberger: Der Kapitän ist erst 27 Jahre jung, obwohl er schon acht Jahre bei Hertha spielt, zweimal ab- und zweimal aufgestiegen ist. Lusti ist damit der dienstälteste blau-weiße Profi.
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Valentin Stocker: Auf den ganzen Fußballzirkus hat der sensible Stocker wenig Lust. Schön, dass der Schweizer trotzdem Profi geworden ist. Neun Vorlagen und drei Tore in Jahr eins bei Hertha, das will er toppen.
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Roy Beerens: Der Übersteiger-König ist ein Glücksbringer. Bei Dardai stand er sieben Mal in der ersten Elf, kein Spiel ging verloren. Hat nach dem Horror-Tritt von Frankfurts Aigner ein halbes Jahr mit Schmerzen gespielt.
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Vladimir Darida: Der Neueinkauf ist Typ ’kleine Klappe, viel dahinter’. Bescheiden, ruhig und phlegmatisch kommt der Kleinste (1,71 Meter) daher. Auf dem Platz dirigiert der neue Chef im Mittelfeld ohne Worte.
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Salomon Kalou: Afrika-Cup-Sieger, Champions-League-Sieger, Englischer Meister und, und, und ... Bei Hertha sieht man davon leider wenig. Der einzig fitte Stürmer bekommt inzwischen vom Trainer Nachhilfe im Toreschiessen.
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Mitten in diesem grotesken Spiel namens „Geldverbrennen im Live-Ticker“ beginnt aber die neue Saison. Kein Kader steht wirklich fest. Der Torschütze zum Hertha-Sieg am Samstag in Augsburg kann morgen schon nach West Brom abdüsen. Also, Monsieur Kalou, ballern Sie uns zum Auftaktsieg!
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