Currywurst-Museum dampft ab

Berlins schärfster Auszug

Die Ausstellung rund um das Kult-Gericht zieht es in die Ferne.

Florian Thalmann
Lesezeit 2 Min
Touristen, die das Museum in der Schützenstraße besuchen wollen, stehen derzeit vor verschlossenen Türen.

Touristen, die das Museum in der Schützenstraße besuchen wollen, stehen derzeit vor verschlossenen Türen.

© Sabine Gudath

Es ist Berlins schärfstes Ende – und doch war es ein stiller, leiser Abschied: Berlins Currywurst-Museum ist Geschichte. Hinweise auf der Website der interaktiven Ausstellung und Zettel an der Tür weisen Besucher derzeit darauf hin. „Das Deutsche Currywurst Museum Berlin ist seit 21. Dezember 2018 dauerhaft geschlossen.“ Und weiter: „Vielen Dank an alle Besucher, Partner, Eventgäste und Kollegen.“

Berliner essen ca. 70 Millionen Currywürste pro Jahr

Die aufwendigen Planungen für den Standort und die Currywurst-Installationen begannen vor gut zehn Jahren. Das interaktive Museum samt Tomatenklecksen und Wurstsofa eröffnete Mitte 2009 in der Schützenstraße, damit wurde gleichzeitig der 60. Jahrestag der Erfindung der Currywurst gefeiert. Knapp eine Million Touristen besuchten das Haus im Laufe der Jahre.

Es war ein leiser Abschied. Auf einem Zettel teilt das Museum seinen Besuchern mit, dass es dauerhaft geschlossen hat.

Es war ein leiser Abschied. Auf einem Zettel teilt das Museum seinen Besuchern mit, dass es dauerhaft geschlossen hat.

© Sabine Gudath

Den bisherigen, auslaufenden Mietvertrag wollten die Betreiber aber nicht weiter verlängern. Die Ausstellungsstücke bleiben aber bestehen: Sie sollen zuerst eingelagert und später im Rahmen einer Wanderausstellung verwendet werden. Sie „soll als kulinarischer Botschafter den Kultsnack aus Berlin international noch bekannter machen“, heißt es vom Museum.

Ob nun mit oder ohne Museum: Die Berliner verdrücken wahrscheinlich weiterhin geschätzt 70 Millionen Currywürste pro Jahr. In ganz Deutschland sollen es 800 Millionen sein. Über den besten Imbiss der Hauptstadt, der die Spezialität anbietet, wird derweil weiter gestritten.

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