Nach Wallraff-Enthüllung

Jetzt reden die Pfleger

Mitarbeiter aus Pflegehaus Kreuzberg fühlen sich hintergangen.

Anne Golling
Lesezeit 2 Min
Pflegefachkraft Sylvia Winter (50) fühlt sich vorgeführt: „Mir wurden die Worte im Mund umgedreht.“

Pflegefachkraft Sylvia Winter (50) fühlt sich vorgeführt: „Mir wurden die Worte im Mund umgedreht.“

© Eric Richard Lizenz

Auszubildende Selma Balci (35): „Wir geben auch bei Zeitdruck 100 Prozent. Das ist die Hauptsache!“

Auszubildende Selma Balci (35): „Wir geben auch bei Zeitdruck 100 Prozent. Das ist die Hauptsache!“

© Eric Richard Lizenz

Serpil Homan (53) ist mit Leib und Seele Pflegeassistentin.

Serpil Homan (53) ist mit Leib und Seele Pflegeassistentin.

© Eric Richard Lizenz

Ein nettes Wort, ein herzliches Lachen. Dafür hat Selma Balci (35) immer Zeit. Und das ist der Auszubildenden im Pflegehaus Kreuzberg wichtig. „Wir sind ein Haus mit Herz“, sagt sie. Doch das wurde gebrochen.

„Von einer verkappten Praktikantin.“ So nennt Regionalleiter Florian Duwe die RTL-Reporterin Pia Osterhaus. Sie schleuste sich im vergangenen Dezember in die Einrichtung der Marseille Kliniken ein. Und wurde von Pflegefachkraft Sylvia Winter betreut: „Sie hat mich verabschiedet mit den Worten: Tolle Arbeit!“

Von dieser Arbeit war im Beitrag nichts zu sehen. Stattdessen Momentaufnahmen von Wasser- und Schimmelflecken. „Defizite aus der Vergangenheit, die es schon bei Ausstrahlung längst nicht mehr gab“, sagt Uwe Wolff, Sprecher der Marseille Kliniken.

Die kürzlichen Hygienekontrollen vom Lebensmittelamt in der Küche und vom Senat im gesamten Haus bestätigen das. „Wir hatten keine Auflagen“, sagt Einrichtungsleiterin Mandy Herrenkind.

Nach der Ausstrahlung suchten viele Angehörige das Gespräch mit der Leitung des Pflegehauses. Doch nicht aus Sorge um die Bewohner. „Wir sollen ihnen ausrichten, dass sie eine sehr gute Arbeit leisten“, sagt Herrenkind ihren Mitarbeitern. Und das Lob können sie in diesen Tagen gut gebrauchen.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com