Zoff mit dem Vermieter

Transgender-Mieterin aus Wohnung gemobbt

Die 62-Jährige steht nun Ende Februar vor der Zwangsräumung.

BK
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Dabei ist für die  Berlinerin, die früher mal ein Mann gewesen ist, nach dem Einzug in ihre Wohnung in der Werbergstraße Tempelhof eigentlich alles normal. Erst als vor etwas drei Jahren ein neuer Nachbar einzieht und der Hauswart wechselt, hat sich aus ihrer Sicht das Klima verändert.

„Der neue Nachbar hat mich  schon als Tunte und Schwuchtel beschimpft, meinen Briefkasten  mit Papier vollgestopft. Dass ich transgender bin, spielt sicherlich eine Rolle“, klagt sie. Cora-Mae Gregorschewski bricht in Tränen aus, wenn sie erzählt. Angela Pfeil (54) wohnt im gleichen Haus. Sie bestätigt gegenüber dem KURIER das Mobbing gegen die Frau: „Es ging mal eine Unterschriftenlisten gegen sie herum.“

Streit eskalierte wegen Blumenkübeln

„Ich leide unter Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Depressionen“, sagt sie. Die 62-Jährige kann nicht mehr zur Arbeit gehen, fühlt sich antriebslos und einsam. Schon lange gibt es Zoff  mit dem Vermieter, der Genossenschaft Beamten-Wohnungs-Verein (BWV), vielmehr mit dem neuen Hauswart.

Der Streit  eskaliert im September 2017 wegen der Blumenkübel auf dem Fensterbrett von Cora-Mae Gregorschewski. Sie soll sich vom  äußeren Fensterbrett nehmen, weil sie herunterfallen können, sagt die Genossenschaft. Die Mieterin meint: Wieso, ich habe sie vorschriftsmäßig gesichert.

Am 26. September 2017 räumte die Hausverwaltung die Blumenkübel einfach weg.  Zu den Geschehnissen danach gibt es unterschiedliche Aussagen. Die Mitarbeiter der Hausverwaltung sagen, Frau Gregorschewski habe geschubst und geschrien. Die Mieterin selbst sagt, sie sei geschubst und ausgelacht worden.

Auch eine Demonstration brachte nichts 

Die Folge: Cora-Mae Gregorschewski wurde inzwischen die Kündigung ausgesprochen und die Zwangsräumung angedroht. Beide Schreiben kosteten jeweils 45 Euro. „Eine Frechheit“, so die 62-Jährige. Bis Ende Februar muss sie ihre Wohnung verlassen.

Ihr Anwalt Henrik Solf will die Zwangsräumung mit allen Mitteln verhindern. Er sagt dem KURIER: „Das Vorgehen der Genossenschaft ist unverhältnismäßig und eine Provokation.“ Das Bündnis Zwangsräumung“ verhindern organisierte schon eine Demo vor den Räumen der Wohnungsgenossenschaft BWV.

Auch der KURIER fragte bei der Genossenschaft an. Antwort:  „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns nicht zu laufenden gerichtlichen Verfahren öffentlich äußern möchten.“ 

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