Nach Macheten-Streit

SEK stürmt das Ekel-Haus von Schöneberg

SEK-Einsatz im Ekel-Haus von Schöneberg! Nach einem Streit, bei dem Macheten im Spiel gewesen sein sollen, rückten schwer bewaffnete Polizisten an und stürmten zwei Wohnungen.

Alexander Schmalz
Lesezeit 2 Min
Schwerbewaffnete SEK-Beamte auf dem Weg zum Ekel-Haus

Schwerbewaffnete SEK-Beamte auf dem Weg zum Ekel-Haus

© ABIX Lizenz

Es ist der Schandfleck der Schöneberger Grunewaldstraße. Kot im Hausflur, Müll im Innenhof, verwahrloste Wohnungen und über 200 neue Mieter – darunter viele Roma-Familien. Seit November 2014 gab es hier rund 200 Polizeieinsätze. Doch jetzt der Gewalt-Höhepunkt.

In der Nacht zum Dienstag, um 3.20 Uhr: Zwischen zwei verfeindeten Roma-Familien eskaliert ein Streit. Vier Männer wollen daraufhin in die Wohnung der Kontrahenten stürmen, doch gleich elf Bewohner versuchen diese zu verteidigen. Beim erneuten Gerangel soll ein 25-Jähriger von einem der Angreifer mit einem „schusswaffenähnlichen Gegenstand bedroht“ worden sein, so die Polizei. Auch ein Messer soll der aggressive Mann am Gürtel zu stecken haben.

Aus Angst vor Schüssen und einer Messerstecherei wird die Polizei alarmiert. Währenddessen fliehen die Angreifer aus dem Hausflur. Da die Beamten von einer gefährlichen „Bedrohungslage“ ausgehen, ziehen sie ein Spezialeinsatzkommando (SEK) hinzu. Pünktlich zum Morgengrauen dann der Zugriff. Mit Ramme und Blendgranaten stürmen die schwer bewaffneten SEK-Beamten in die Wohnung, in der sie den Haupttäter vermuten. Sie überwältigen einen 26-Jährigen, nehmen ihn vorläufig fest. Eine Frau (31) und ihre fünf Kinder stehen geschockt daneben. Bei der Durchsuchung der Wohnung entdeckten die Polizisten ein Messer, das zuvor versteckt wurde. Die Schusswaffe jedoch bleibt verschollen.

In dem Ekel-Haus herrschen seit Monaten unglaubliche Zustände. Angeblich wollte der Vermieter die letzten sechs verbliebenen Alt-Mietparteien, die bereits vor der „Invasion“ der Rumänen dort wohnten, mit den Neu-Mietern aus dem Haus ekeln. Mit dieser Taktik wolle er den Gründerzeitbau sanieren und anschließend wieder teuer vermieten. Doch das Raus-Ekel-Haus wird immer unkontrollierbarer. Seit das alte Architekten-Juwel Ende 2014 verkauft wurde sind viele Familien aus Rumänien und Bulgarien, vor allem Roma, eingezogen.

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