Killer-Spieler werden zu Gejagten

Ballermänner schießen sich selbst ab

Polizei ermittelt gegen selbst ernannten Terror-Jäger – die beseitigen alle Spuren.

Philippe Debionne
Lesezeit 2 Min
In der U-Bahn-Station Fehrbelliner Platz spielte eine Gruppe von Waffen-Fans einen Anti-Terror-Einsatz nach.

In der U-Bahn-Station Fehrbelliner Platz spielte eine Gruppe von Waffen-Fans einen Anti-Terror-Einsatz nach.

© imago/Lem

Die Videos, die in den vergangenen Wochen auf mehreren Social-Media-Plattformen hochgeladen wurden, sahen aus wie Lehrfilme der Polizeibehörden: Schwer bewaffnete Einsatzkräfte, die sich mit Helmen, modernen Präzisionswaffen, Schilden und teuren High-Tech-Kameras ausgerüstet wilde Feuergefechte mit ebenso schwer bewaffneten Terroristen liefern.

BVG stellt Anzeige wegen Hausfriedensbruch

Zwar „schießen“ die Männer statt mit scharfer Munition nur mit Laser aufeinander, ihre Waffen sind nicht scharf. Das Problem: Die Laser-Tag-Fans spielen mitten in der Nacht auf einem U-Bahnhof Fehrbelliner Platz, wenn der offiziell geschlossen ist.

„Wir wissen noch nicht, wie die Männer in den abgesperrten Bahnhof gekommen sind“, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz. „Aber natürlich hoffen wir, dass die Polizei uns da weiterhelfen kann.“ Nach einer zunächst internen Prüfung der Videos habe man nun „Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt“, so die Sprecherin zum KURIER.

„Bahnhöfe sind keine Spielplätze“

Die bislang Unbekannten haben unterdessen kalte Füße bekommen: Nachdem sie ihre Baller-Filme und Fotos zunächst für jedermann zugänglich im Internet verbreitet hatten, sind sämtliche Seiten der Gruppe nun plötzlich gelöscht.

Sollte die Polizei die Männer finden, könnte ihre Ausrüstung als Beweismittel beschlagnahmt werden: Schilde, Helme, Kameras, Nachtsichtgeräte und auch die Waffen selbst. Nach Einschätzung eines Experten, selbst Laser-Tec-Spieler, ist das im Video erkennbare Equipment mehrere Tausend Euro wert. Zudem droht den Männern eine empfindliche Geldstrafe.

„Uns geht es vor allem darum, dass diese lebensgefährlichen Aktionen vorbei sind. Wenn da jemand auf einen Stromabnehmer fällt, ist er tot, ganz einfach“, sagt Reetz. „Mag sein, dass die Jungs keine bösen Absichten hatten. Aber dann sollen sie bitte in spezielle Hallen oder sonst wohin gehen, um sich auszutoben. Unsere Bahnhöfe sind nun mal keine Spielplätze.“

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