Nach KURIER-Bericht

Große Wutwelle am Müggelsee

Anrainer laufen Sturm gegen Umweltschutz-Pläne ...

MARCUS BÖTTCHER und VOLKMAR OTTO (Fotos)
Lesezeit 3 Min
Peter Ebert vom SGaM nennt die Pläne eine „Katastrophe“.

Peter Ebert vom SGaM nennt die Pläne eine „Katastrophe“.

© Volkmar Otto Lizenz

Sören Schwaar sieht durch die Pläne der Senatsverwaltung seine berufliche Existenz bedroht.

Sören Schwaar sieht durch die Pläne der Senatsverwaltung seine berufliche Existenz bedroht.

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Zum Teil gibt es rund um den Müggelsee schon Landschafts- und Wasserschutzgebiete.

Zum Teil gibt es rund um den Müggelsee schon Landschafts- und Wasserschutzgebiete.

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Steffen Boettcher sieht durch die Pläne der Senatsverwaltung seine berufliche Existenz bedroht.

Steffen Boettcher sieht durch die Pläne der Senatsverwaltung seine berufliche Existenz bedroht.

© Volkmar Otto Lizenz

Katastrophe. Ein Wort, welches rund um Berlins größten See nach der KURIER-Enthüllung immer wieder fällt.

Wie eine Flutwelle verbreitet sich die Information im Südosten der Stadt. Wie berichtet, dürften am gesamten westlichen und südlichen Ufer (vom Spreetunnel bis zur Wasserrettungsstation bei „Müggelhort“) weder Segler, noch Ruderer, noch Surfer, noch Motorboote fahren. Rund ein Viertel der Wasserfläche würden wegfallen. Der KURIER besuchte die, für die die Planungen existenzbedrohend sind.

Peter Ebert ist Vorsitzender der Seglergemeinschaft am Müggelsee. Die SGaM würde in der Sperrzone liegen. Der 73-Jährige bezeichnet die Pläne der Senatsverwaltung zur Schaffung eines Biotops Müggelsee mit Verweis auf die BER-Flugrouten als scheinheilig, da die angeblich gefährdeten Rapfen und Steinbeißer auch ohne Schutz im See prächtig gedeihen.

Ebert: „Sobald der Flughafen eröffnet, donnern ohrenbetäubende Passagiermaschinen über den See, wobei tonnenweise Kerosinasche ins Wasser rieseln würde.“

Der Sport im Club würde mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Die Anfänger, vor allem kleine Kinder, könnten nicht mehr in Ufernähe üben, sondern müssten aufs offene Wasser in der Seemitte ausweichen.

Mehr als zwei Millionen Euro hat Sören Schwaar in das Ferienhausdorf „Rübezahl“ an der Südseite investiert. Die Anlage würde in einer Schutzzone liegen.

„Uns besuchen Gäste aus der ganzen Welt, zum Beispiel aus den USA oder Singapur. Vor allem wegen der Wassersportmöglichkeiten direkt vor der Haustür“, so der 56-Jährige.

Er befürchtet, dass durch die Pläne Gäste für die Häuser sowie Tagesausflügler für das Restaurant ausbleiben. „Und wenn das passiert, können wir abschließen.“ 17 Mitarbeiter würden ihre Jobs verlieren.

Auch Steffen Boettcher lebt von der Badewanne Berlins. Der 43-Jährige ist Chef von „Meer-Seen“, einer Bootsfahrschule. Hauptsächlich unterrichtet er Segelschüler.

Mit denen kann er derzeit den gesamten See befahren, egal aus welcher Richtung der Wind weht. „Das ist ein Riesenvorteil gegenüber dem Wannsee. Das Plus würde wegfallen. Vor allem, weil derzeit Motorboote wie auf einer Transitroute in einer Fahrrinne gen Osten in Richtung Müggelspree geleitet werden.“

Die runde Form des Sees eignet sich vor allem für Surf- und Segel-Regattas. Der Kurs „Olympisches Dreieck“, derzeit in Berlin nur in Köpenick fahrbar, wäre nach den Umweltschutz-Plänen des Senats nicht mehr möglich.

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