Zwei Hausbesetzungen vom Sonnabend sind wieder beendet. Ein Gebäude der früheren Schultheiß-Brauerei an der Landberger Allee 54 in Friedrichshain wurde noch am Abend geräumt.
Aktivisten besetzen die leerstehende Brauerei an der Landsberger Allee (28.09.2019).
© Eric Richard
Das Haus Frankfurter Allee 187 in Lichtenberg wurde in der Nacht zu Sonntag von den Besetzern verlassen.Um die Zukunft dieses Hauses gibt es jetzt Meinungsverschiedenheiten innerhalb der rot-rot-grünen Koalition.
Hausbesetzungen in Friedrichshain und Lichtenberg: 14 Festnahmen
Die Besetzungen waren Teil einer Reihe von Aktionen der linken „Tu Mal Wat“-Bewegung, die sich unter anderem gegen den Leerstand potenziellen Wohnraums richtet.
Etwa ein Dutzend Menschen hatten das seit sieben Jahren leere Brauereigebäude geentert, das nach Angaben der Besetzer seit 2017 einem Tochterunternehmen des Konzerns Investa gehört, waren dafür teilweise über die Fassade geklettert. Bei der Räumung kam es zu 14 Festnahmen und zuvor einige Rangeleien mit den laut Polizei rund 50 Demonstranten, die sich vor dem Gebäude eingefunden hatten.
Die Besetzung des Hauses Frankfurter Allee fand offenbar mitten in der Nacht ein Ende, weil die Polizei keine Unterstützer zu den etwa 80 Besetzern durchließ, um per Twitter erbetene Schlafsäcke und Lebensmittel zu bringen. Der Eigentümer hatte eigentlich eine Frist bis Sonntag 15 Uhr gesetzt. Die laut Polizei rund 100 Demonstranten vor der Tür, die am Ort vier Kundgebungen anmeldeten, blieben weitgegend friedlich.
Streit zwischen Linken und Grünen um Frankfurter Allee 187
Die Debatte über das rund hundert Jahre alte Gebäude ist damit nicht beendet. Es gehört der landeseigenen Berliner Immobilen GmbH (BIM) und steht seit Jahren leer. Es war einstmals Teil des von der Stasi genutzten Komplexes zwischen Rusche- und Magdalenenstraße und zum Bürohaus umgebaut, war dann ein Verwaltungssitz des Bezirks und sollte eigentlich bis 2018 saniert und für Künstler und ihre Ateliers nutzbar gemacht werden.
Kultursenator Klaus Lederer (Linke) verkündete über Twitter, dass das Gebäude dem Bund übertragen werden wird. Es soll Teil des „Campus der Demokratie“ werden, einer Weiterentwicklung des Stasi-Areals, und mit als Außenstelle des Bundesarchivs für die MfS-Akten dienen.
Der Grünen-Abgeordnete Daniel Wesener widersprach. Das Abgeordnetenhaus habe lediglich eine Unterstützung der Vorhaben beschlossen. Der Beschluss des Bundestags wiederum, die MfS-Akten ins Bundesarchiv zu integrieren, sichere nur den Bestand des Archivs. Die Entwicklung zum „Campus der Demokratie“ habe der Bundestag lediglich in Aussicht gestellt. Es sei deshalb nicht nötig, das Haus zu verkaufen.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com