„Ich hätte mich besser informieren sollen“ Alex (26) ist erst vor einer Woche mit Dana (1) in das Wohngebiet gezogen. Auf den Spritzen-Anschlag reagiert er besorgt. „Da überlegt man sich natürlich zweimal, ob man sein Kind noch ohne Bedenken draußen spielen lassen kann“, sagt er. „Ich hätte mich vor dem Umzug besser über die Gegend und solche Vorfälle im Kiez informieren sollen.“
© Bernd Friedel Lizenz
„Ich mache mir oft Sorgen um Jonas!“ Tina (27) passt seit dem Anschlag noch besser auf Sohn Jonas (8) und Tochter Josie (3) auf. „Wenn Jonas zum Supermarkt geht und nicht gleich wiederkommt, mache ich mir Sorgen“, sagt sie. „Jeremys Fall hat sich in der Gegend herumgesprochen, alle sind schockiert, wie das passieren konnte.“
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„Eigentlich war es hier immer friedlich“ Auch Frank (36), Papa von Alina (4), ist besorgt. „Das hier ist eine sehr friedliche Gegend, jeder kennt jeden“, sagt er. Das ist auch das Gute: „Alle achten hier auf die Kinder. Im Zweifel geht auch alles zu schnell. Jemand kommt, zieht eine Spritze – und ist genauso schnell wieder verschwunden.“
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„Meine Neela ist ängstlich geworden“ Phyllis (34) kennt die Familie von Jeremy gut – ihre Tochter Neela (8) spielte draußen, als die Tat passierte. „Die Kleine hat Angst, traut sich nicht allein auf die Straße“, sagt sie. Ihre Schule liegt fünf Minuten entfernt – Mama Phyllis muss sie jetzt immer hinbringen und wieder abholen.
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„Bestimmte Plätze, wo sich solche Fälle häufen, sollten unter ständige Beobachtung gestellt werden“, sagte der CDU-Politiker dem KURIER. „Da die Polizei nicht immer vor Ort sein kann, ist die Videoüberwachung meiner Meinung nach die beste Lösung. Die Kameras haben dazu eine abschreckende Wirkung, damit auf den Spielplätzen erst gar nichts passieren kann.“
Wenn es solche Maßnahmen schon gäbe, wäre der Fall um den kleinen Jeremy vielleicht schon aufgeklärt. Am Donnerstag spielte der Fünfjährige in der Vesaliustraße in Heinersdorf, als ein schwarz gekleideter Mann ihm eine Spritze in den Arm stach.
Nach dem Vorfall besuchte der KURIER den Kiez, in dem der fiese Anschlag passierte. Eine friedliche Wohngegend – viel Grün, hier und da ein Spielplatz. Eine trügerische Idylle?
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Die Attacke hat sich schon herumgesprochen, nun haben viele Eltern Angst um ihre Kleinen. „Es gibt hier so viele Kinder“, sagt Tina (27). „Alle sind schockiert über den Vorfall mit Jeremy.“ Sie ist Mutter von Sohnemann Jonas (8) und Tochter Josie (3), lässt die beiden kaum aus den Augen. „Wenn Jonas in den Supermarkt geht und nicht gleich zurückkommt, mache ich mir Sorgen.“ Sie wohnt seit 2009 hier – und fürchtet, dass es mit der Ruhe in der beschaulichen Siedlung vorbei ist. „Wir haben auf einem Spielplatz schon Spritzen im Gebüsch gefunden.“
Das bestätigt auch Papa Frank (36). Auch er behält seine Alina genau im Blick, wenn die Kleine im Innenhof des Häuserkomplexes spielt. „Das geht ja schnell – wenn so ein Irrer kommt und eine Spritze zieht, ist er genauso schnell wieder verschwunden.“ Im Wohnkomplex kenne jeder jeden, die Bewohner veranstalten gemeinsame Grillpartys im Hof. Eine tolle Nachbarschaft. „Unverständlich, dass hier sowas passieren kann“, sagt er.
Doch die Anwohner bemerken nicht zum ersten Mal, dass der Frieden in ihrem Kiez zu kippen droht. „Die Tochter von einer Nachbarin ist vor einiger Zeit von einem fremden Mann auf der Straße angefasst worden“, erzählt Phyllis Bredow, selbst Mutter. Erst, als mehrere Passanten das Verhalten bemerkten, floh er. „Meine Tochter traut sich gar nicht mehr allein vor die Tür“, sagt die 34-Jährige, Mutter der kleinen Neela (8). „Und bevor sie abends schlafen geht, schließt sie die Sicherheitskette an der Wohnungstür.“
Gegenüber dem KURIER klagen Bewohner auch über Diebstähle, Einbrüche, über Sprayer und Kiffer, die oft zu sehen sind. „Ich gehe abends nicht mehr auf die Straße“, sagt eine Rentnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie lebt 25 Jahre hier, hat Angst um ihren Kiez – und fürchtet, dass der Fall Jeremy erst der Anfang war.
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