Nach 17 Jahren muss das Restaurant im Nikolaiviertel nun dicht machen

Das Ende der Kartoffel-Laube

Anka Seyfert
Lesezeit 2 Min

Mitte - Das Restaurant ist ihr Leben. Als es 1987 zur 750-Jahr-Feier mit dem Nikolaiviertel eröffnet wurde, war Karin Lehmann (heute 57) Gaststättenleiterin. 1991 kaufte sie es der Treuhand ab, machte 1993 die beliebte "Kartoffel-Laube" draus. Trotzdem muss Karin Lehmann zum 30. Juni ihre "Laube" schließen. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert.Die gemütliche "Kartoffel-Laube" hinter der Nikolaikirche ist gut besucht. An einem runden Tisch lässt sich eine Familie aus den Niederlanden Suppe und Glühwein schmecken. Nebenan genießt ein Pärchen aus Italien Bauernfrühstück und Kartoffelauflauf. "Ich verstehe die Wohnungsbaugesellschaft WBM nicht", sagt Karin Lehmann. 380 000 Mark hatte sie 1993 in das ehemalige "Nikolaicafé" gesteckt, um es als rustikales Kartoffel-Restaurant wiederzueröffnen.40 verschiedene Knollen-Gerichte stehen auf der Karte. "Der Laden brummt. Vor allem bei Touristen gelten wir als Geheimtipp", sagt Karin Lehmann. Deshalb begreift sie nicht, warum ihr die WBM nach 19 Jahren die Verlängerung des Mietvertrages verweigert. "Ich habe sogar angeboten, die Miete um 33 Prozent aufzustocken, vergebens." Karin Lehmann fürchtet nun, dass nicht nur sie, sondern auch ihre acht Mitarbeiter zum Jobcenter müssen. "Fast alle sind über 50."Doch die WBM bleibt hart. Sprecherin Martina Kubisch: "Wir wollen das Viertel aufpeppen, haben das Restaurant ausgeschrieben. Ein anderes Konzept ist besser angekommen."------------------------------BU: Das Restaurant wurde 1987 als "Nikolaicafé" eröffnet. Schon damals schmiss Karin Lehmann den Laden.

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