Georgines Mutter

Auge in Auge mit dem Angeklagten

Das Verschwinden der Tochter sei ein Schicksalsschlag für die ganze Familie.

BK
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Ali K., (44) der mutmaßliche Mörder des Mädchens. Er soll Georgine vergewaltigt und erwürgt haben. 

Ali K., (44) der mutmaßliche Mörder des Mädchens. Er soll Georgine vergewaltigt und erwürgt haben. 

© Olaf Wagner

In Schwarz gekleidet kam sie zum vierten Prozesstag. Die Anspannung war ihr ins Gesicht geschrieben. Sie sah kurz zu dem Mann hinter Panzerglas.
Ali K. (44) soll ihr Kind in seinen Keller gelockt, vergewaltigt und erwürgt haben. Die Leiche wurde nie gefunden. Der Mann aus der Nachbarschaft gestand gegenüber einem verdeckten Ermittler. Später bestritt er, nun schweigt er.

Vesna Krüger begann leise. An einem Montag sei Georgine verschwunden. „Den Sonntag davor verbrachten wir noch gemeinsam. Sie war guter Stimmung.“ Als die Mutter am nächsten Tag von der Spätschicht kam, war das Mädchen nicht da. Sie, die Oma und der Halbbruder von Georgine begannen mit der Suche: „Wir riefen Lehrer und Freunde an, saßen die ganze Nacht da.“

Sie war mal fröhlich und mal bedrückt, ein Teenager eben.“ 

Doch Keine Spur. Die Ermittlungen ergaben: Am 25. September 2006 um 13.50 Uhr war das Mädchen nach der Schule aus dem Bus in Moabit gestiegen. Um 14.06 Uhr ging das Handy von Georgine aus.
Gab es vielleicht Probleme? Könnte sie weggelaufen sein? Die Mutter kopfschüttelnd: „Sie war mal fröhlich und mal bedrückt, ein Teenager eben.“ Es fehle auch nur das, was sie mit zur Schule hatte. „Der Ausweis lag auch zu Hause.“ Georgine sei auch nicht ohne Absprache weggeblieben. „Sie war zuverlässig.“

Wie war es in der Familie mit Georgine? Wieder dachte die Mutter etwas länger nach: „Wir hatten ein gutes Verhältnis.“
Auch wenn es mal 2005 einen Kontakt mit dem Jugendamt gab. Damals beklagte Georgine wohl, dass es zu Hause so viel Schreierei gebe. Die Mutter: „Die Oma hatte eine andere Auffassung von Erziehung.“
Georgine wollte Model werden oder Schauspielerin. Vesna Krüger: „Sie hatte auch Talent, tanzte toll, zog sich gern schick an.“

Eine Casting-Agentur habe sich bei ihr gemeldet – „sie war glücklich.“ Und in der Schule? „Ihre Noten waren durchschnittlich. Aber einige Mitschülerinnen waren wohl eifersüchtig.“ Weil Georgine so hübsch war.
Das Verschwinden ihres Kindes – die Hölle. Ein Schock, der blieb. Die Mutter: „Ich bin krank geworden, körperlich und psychisch.“ Auch ihr Sohn habe sich total verändert, sei „seelisch kaputt.“ Der Prozess geht Mittwoch weiter. KE 

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