Wachtmeister in kugelsicheren Westen im Saal. Die vier Angeklagten hinter Panzerglas: Soufiane A. (22, Deutsch-Marokkaner), Emrah C. (32, Türke), Resul K. (46, Türke), Feysel H. (25, Deutscher).
Sie sollen sich auf den Weg nach Syrien gemacht haben, um sich „an Waffen und Sprengstoff ausbilden zu lassen und später auf der Seite des IS zu kämpfen“. Mit zwei gesondert verfolgten Männern seien sie ausgereist. Die Anklage lautet auf Unterstützung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat.
Schweigen - auch nach 13 Monaten in U-Haft
Die Fussilet-Moschee, Brutstätte salafistischer Militanz, inzwischen verboten. Auch Amri ging ein und aus. Zuletzt am 19. Dezember 2016. Eine Stunde später kaperte er einen Lkw, erschoss den Fahrer, fuhr auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Die Angeklagten kannten Amri offenbar. Vor allem von Soufiane A. wird das angenommen. Er gilt als stadtbekannter Islamist, der für den IS demonstrierte.
Für die Fahrt in den Nahen Osten wurde laut Anklage erst einmal betrogen: A. und H. hätten mit falschen Angaben Darlehen erschlichen und vier Smartphones gekauft – „um sie zu verkaufen“. Anfang Dezember 2016 seien sie dann abgefahren. In zwei Gruppen, auf verschiedenen Routen. A. wurde in Italien gestoppt, H. in Kroatien. Bis Istanbul kamen C. und K., kriegten Angst, kehrten um. Die Anklage: „Sie hatten abschreckende Berichte über den Aufenthalt beim IS gehört.“
Nach 13 Monaten in U-Haft hüllen sich die Angeklagten in Schweigen. Einige Verteidiger vor der Saaltür: „Von ihnen ging keine Gefahr aus.“ Sie hätten nicht den „Mumm“ nach Syrien zu gehen. Die Anklage sei „aufgebauscht“. Fortsetzung: Donnerstag.
(KE.)
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